参考:
ルービン
https://love-and-theft-2014.blogspot.com/2021/04/3.html?m=1
マルクス『経済学批判』序文
…わたくしの研究にとって導きの糸として役立った一般的結論は、
簡単につぎのように公式化することができる。人間は、その生涯の社会的生産において、一定の、
必然的な、かれらの意志から独立した諸関係を、つまりかれらの物質的生産諸カの一定の発展段
階に対応する生産諸関係を、とりむすぶ。この生産諸関係の総体は社会の経済的機構を形づくっ
ており、これが現実の土台となって、そのうえに、法律的、政治的上部構造がそびえたち、また、
一定の社会的意識諸形態は、この現実の土台に対応している。物質的生活の生産様式は、社会的、
政治的、精神的生活諸過程一般を制約する。人間の意識がその存在を規定するのではなくて、逆
に、人間の社会的存在がその意識を規定するのである。
NAMs出版プロジェクト: マルクス『経済学批判』(1859年刊行)序言
<…‥わたくしの研究にとって導きの糸として役立った一般的結論は、
簡単につぎのように公式化することができる。人間は、その生涯の社会的生産において、一定の、
必然的な、かれらの意志から独立した諸関係を、つまりかれらの物質的生産諸カの一定の発展段
階に対応する生産諸関係を、とりむすぶ。この生産諸関係の総体は社会の経済的機構を形づくっ
ており、これが現実の土台となって、そのうえに、法律的、政治的上部構造がそびえたち、また、
一定の社会的意識諸形態は、この現実の土台に対応している。物質的生活の生産様式は、社会的、
政治的、精神的生活諸過程一般を制約する。人間の意識がその存在を規定するのてはなくて、逆
に、人間の社会的存在がその意識を規定するのである。(社会の物質的生産諸力は、その発展があ
る段階にたっすると、いままでそれがそのなかで働いてきた既存の生産諸関係、あるいはその法
的表現にすぎない所有諸関係と矛盾するようになる。これらの諸関係は、生涯諸力の発展諸形態
からその桎梏へと一変する。このとき社会革命の時期がはじまるのである。)経済的基礎の変化に
つれて、巨大な上部構造全体が、徐々にせよ急激にせよ、くつがえる。このような諸変革を考察
するさいには、経済的な生産諸条件におこった物質的な、自然科学的な正確さで確認できる変革
と、人間がこの衝突を意識し、それと決戦する場となる法律、政治、宗教、芸術、または哲学の
諸形態、つづめていえばイデオロギーの諸形態とをつねに区別しなければならない。(ある個人を
判断するのに、かれが自分自身をどう考えているかということにはたよれないのと同様、このよ
うな変革の時期を、その時代の意識から判断することはできないのであって、むしろ、この意識
を、物質的生活の諸矛盾、社会的生産諸力と社会的生産諸関係とのあいだに現存する衝突から説
明しなければならないのである。[一つの社会構成は、すべての生産諸力がそのなかではもう発展
の余地がないほどに発展しないうちは崩壊することはけっしてなく、また新しいより高度な生産
諸関係は、その物質的な存在諸条件が古い社会の胎内で孵化しおわるまでは、古いものにとって
かわることはけっしてない。だから人間が立ちむかうのはいつも自分が解決できる課題だけであ
る、というのは、もしさらにくわしく考察するならば、課題そのものは、その解決の物質的諸条
件がすでに現存しているか、またはすくなくともそれができはじめているばあいにかぎって発生
するものだ、ということがつねにわかるであろうから。])大ざっぱにいって、経済的社会構成が進
歩してゆく段階として、アジア的、古代的、封建的、および近代ブルジョア的生産様式をあげる
ことができる。ブルジョア的生産諸関係は、社会的生産過程の敵対的な、といっても個人的な敵
対の意味ではなく、諸個人の社会的生活諸条件から生じてくる敵対という意味での敵対的な、形
態の最後のものである。しかし、ブルジョア社会の胎内で発展しつつある生産諸力は、同時にこ
の敵対関係の解決のための物質的諸条件をもつくりだす。だからこの社会構成をもって。人間社
会の前史はおわりをつげるのである。>
(マルクス『経済学批判』岩波文庫13~15頁より。『世界史の構造』4-5頁参照)
河上肇
近世経済思想史論
https://dl.ndl.go.jp/info:ndljp/pid/968494
河上肇がHammacher, Das philosophischökonomische System des Marxismus. 1909 に言及している。
https://core.ac.uk/download/pdf/39256746.pdf
scheinen mir falsch zu sein. Wir berühren hier das Problem, das wir
zu Beginn des Paragraphen schon aufgeworfen haben, damals aber noch
nicht beantworten konnten: ob nämlich eine Rangordnung der Phänomene
gemeint ist oder eine direkte kausale Verknüpfung des Inhalts. In der
Schwierigkeit, der hier die Interpretation begegnet, spiegelt sich die
Verschiedenheit der socben analysierten Begründungsversuche. Denn
vom Standpunkte der empiristischen Bildertheorie müssen alle Inhalte der
Seele als gleich ohnmächtig, also als gleichwertig gelten, während eine
Rangordnung der Bedürfnisse und Interessen psychologisch sehr nahe
liegt. Wie wir oben diese letztere Auffassung als die wahre Meinung
des Marxismus erkannten, so darf nicht zweifelhaft sein, daß nach dem
Wortlaut des ersten der strittigen Sätze eine Zweiteilung des Überbaus
behauptet wird, wonach die gesellschaftlichen Bewußtseinsformen erst als
letztes Glied gelten. Während der Empirismus deutlich in der weiter
には、法的な上部構造も含まれていた。両方の解釈
は、私には間違っているように思えます。ここでは、私たちが抱える問題に触れています。
段落の冒頭で提起されたが、その時点では答えられなかったもの、すなわち
現象の順位付けを意味するのか、それとも直接的な因果関係を意味するのか。
が意味するもの、またはコンテンツの直接的な因果関係を示すものです。の中にある。
ここでの解釈が遭遇する困難さは、その多様性を反映しています。
正当化の試みを分析したソクベンの多様性。のために
なぜなら、経験主義的なイメージ論の立場からは、魂のすべての内容は
魂は同じように無力であるとみなされなければならない、つまり同価値であるとみなされなければならない。
ニーズと興味のランキングは、心理学的に非常に明白です。
は、心理的に非常にわかりやすいものです。上記のように、この後者の考え方を、真の意見として認識しています。
マルクス主義の第一の文言によれば、間違いありません。
議論されている命題の1つ目、上部構造を2つに分けることの
の上部構造が主張され、それによれば、意識の社会的形態が
last link 経験主義が明らかにさらなる

191
indirekter Abhängigkeit von der Ökonomie stehen. Der nächstfolgende
Satz lautet dagegen eigentümlich anders. Die Produktionsweise des
materiellen Lebens bedingt den sozialen, politischen und geistigen Lebens-
prozeß überhaupt. Üher das Verhältnis dieses Satzes zum vorhergehenden
hat sich ein Streit erhoben zwischen Toennies und Barth. Toennies
behauptet', es sei nicht beachtet worden, »daß in jenen Sätzen zuerst
eine Dreiteilung der sozialen Phänomene vorgelegt wird: Ökonomische
gesellschaftliche Bewußt-
seinsformen; sogleich aber die Zweiteilung an die Stelle tritt: Produktions-
sozialer,
politischer, geistiger Lebensprozeß=gesellschaftliches Bewußtsein«. Barth
meint dagegen: Auch in der ersten Fassung sind die gesellschaftlichen
Bewußtseinsformen in eine Linie gerückt mit dem politischen und juristischen
Überbau, nicht davon als etwa eine zweite Klasse von Wesenheiten
getrennt. Eine Rangordnung unter den Phänomenen ist in der ersten
Fassung ebensowenig enthalten als in der zweiten und bei Marx auch
sonst nie angedeutet. Alle ,Abhängigen' der Ökonomie sind ihm gleich
wert oder gleich unwert. Aber auch die Zahl der Klassen der Phänomene
ist die gleiche. In der zweiten Fassung wird nur, was in den gesell-
schaftlichen Bewußtseinsformen zusammengefaßt war, in den sozialen und
geistigen Lebensprozeß auseinander genommen, während der politische
Lebensprozeß dem politischen Überbau der ersten Fassung entspricht und
auch den juristischen Überbau noch einschließte . Beide Auslegungen
scheinen mir falsch zu sein. Wir berühren hier das Problem, das wir
zu Beginn des Paragraphen schon aufgeworfen haben, damals aber noch
nicht beantworten konnten: ob nämlich eine Rangordnung der Phänomene
gemeint ist oder eine direkte kausale Verknüpfung des Inhalts. In der
Schwierigkeit, der hier die Interpretation begegnet, spiegelt sich die
Verschiedenheit der soeben analysierten Begründungsversuche. Denn
vom Standpunkte der empiristischen Bildertheorie müssen alle Inhalte der
Seele als gleich ohnmächtig, also als gleichwertig gelten, während eine
Rangordnung der Bedürfnisse und Interessen psychologisch sehr nahe
liegt. Wie wir oben diese letztere Auffassung als die wahre Meinung
des Marxismus erkannten, so darf nicht zweifelhaft sein, daß nach dem
Wortlaut des ersten der strittigen Sätze eine Zweiteilung des Überbaus
behauptet wird, wonach die gesellschaftlichen Bewußtseinsformen erst als
letztes Glied gelten. Während der Empirismus deutlich in der weiter
Struktur - juristischer und politischer Überbau
weise des materiellen Lebens =
gesellschaftliches Sein
1 Toennies, Archiv für Geschichte der Philosophie VII, 1894, S. 504.
* Barth, Arch. für Geschichte der Philosophie VIII, S. 333.
191
間接的に経済に依存しています。次の
一方で、文章は独特のものです。の生産モードは
の物質的な生活は、社会的、政治的、精神的な生活を決定します。
人生全般のプロセス。この命題と前の命題との関係をめぐって、トーニェスとバルトの間で論争が起こった。
ToenniesとBarthの間で論争が起きている。1年単位
トーニェスは、「最初のこれらの命題では」という事実に注意が払われなかったと主張している。
社会現象の3つの区分が提示されています。経済
意識の社会的形態
しかし、すぐに、生産、社会的な意識の2つの分割が行われます。
の社会的地位を確立しました。
政治的、精神的な人生のプロセス=社会意識」です。バース
その一方で、こうも思う。最初のバージョンでも、社会的形態の
意識の形態は、政治的・法人的な上部構造に沿ったものである。
上部構造から2番目の存在として分離されていない。
を分けています。最初のバージョンでは、現象間の階層性は、2番目のバージョンよりも含まれていません。
の現象は、第1版にも第2版にも含まれておらず、また
であり、マルクスの著作では決して示唆されていない。経済のすべての「依存者」は、平等に
同じように価値があるのか、それとも同じように価値がないのか。しかし、現象のクラスの数も
は同じです。第2版では、社会に出てから要約されたことだけが書かれています。
意識の社会的形態は、人生の社会的プロセスと精神的プロセスに分けられます。
と精神的な人生のプロセスであり、政治的な人生のプロセスは
政治的生活プロセスは、第1バージョンの政治的上部構造に対応しており
は法人の上部構造も含んでいた。両方の解釈
は、私には間違っているように思えます。ここでは、私たちが抱える問題に触れています。
段落の冒頭で提起されたが、その時点では答えられなかったもの、すなわち
現象の順位付けを意味するのか、それとも直接的な因果関係を意味するのか。
が意味するもの、またはコンテンツの直接的な因果関係を示すものです。の中にある。
ここでの解釈が遭遇する困難さは、その多様性を反映しています。
今まで分析してきた正当化の試みの のために
経験主義的なイメージ論の観点からは、魂のすべてのコンテンツが
魂は同じように無力であるとみなされなければならない、つまり同価値であるとみなされなければならない。
ニーズや興味のランキングは、心理学的に非常に明白です。
は、心理的に非常にわかりやすいものです。上記のように、この後者の考え方を、真の意見として認識しています。
マルクス主義の第一の文言によれば、間違いありません。
議論されている命題の1つ目、上部構造を2つに分けることの
の上部構造が主張され、それによれば、意識の社会的形態が
last link 経験主義が明らかにさらなる
構造 - 法的・政治的上部構造
物質的な生活の方法 =
社会的存在
1 Toennies, Archiv für Geschichte der Philosophie VII, 1894, p.504.
* Barth, Arch. for the History of Philosophy VIII, p. 333.
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unten stehenden Koordination der ideologischen Faktoren vertreten ist,
ist es dagegen möglich, den zweiten der von Barth herangezogenen
Sätze mit dem ersten in Einklang zu bringen. Daß der politische Lebens-
prozeß den juristischen miteinschließt, ist ein möglicher Sprachgebrauch;
wenn aber Barth weiter den sozialen und geistigen Lebensprozeß als eine
Analyse des vorher unter Bewußtseinsformen Verstandenen auffaßt, so
widerspricht diese Annahme einmal der Wortfolge, nach der der politische
Lebensprozeß hineingeschoben ist, zum anderen aber auch dem umfassenden
Bedeutungsinhalt des Wortes soziale; gerade nach Marx füllt ja doch
die gesellschaftliche Natur das ganze Wesen des Menschen aus. Was
aber sollte denn überhaupt unter dem sozialen Lebensprozeß verstanden
werden, wenn er etwas Neues sein sollte neben dem materiellen, politischen
und geistigen ? Offenbar bliebe für ihn nichts übrig, was wenigstens
durch Wort und Anfangsstellung gerechtfertigt wäre. Vielmehr steht
der soziale Lebensprozeß hier als Ausdruck für den Überbau überhaupt
im Sinne der sonst an dieser wichtigen Stelle ganz übergangenen
Klassenkampftheorie. Wie Marx im ersten Satze alles, was sich über
der ökonomischen Struktur erhebt, teilt in den juristischen und politischen
Überbau einerseits und die gesellschaftlichen Bewußtseinsformen anderer-
seits, so zerlegt er im zweiten Satze den sozialen Lebensprozeß in den
politischen und geistigen; es ist demnach zu lesen: Die Produktionsweise
des materiellen Lebens bedingt den sozialen, d. h. den politischen und
geistigen Lebensprozeß überhaupt '.
' Allerdings bleibt unbestimmt, was Marx unter sozialen Verhältnissen
verstand. An anderer Stelle heißt es: Die sozialen Verhältnisse sind eng ver-
knüpft mit den Produktionskräften..... Dieselben Menschen, welche die
sozialen Verhältnisse gemäß ihrer materiellen Produktionsweise gestalten, ge-
stalten auch die Prinzipien, die Ideen, die Kategorien, gemäß ihren gesellschaft-
lichen Verhältnissen. (Elend S. 91.) Die veränderte materielle Produktions-
weise und die ihr entsprechend veränderten sozialen Verhältnisse. . (Kap. I,
S. 262). Indem hier die Produktionsweise nach ihrer technischen Seite gedeutet
wird, soll sie die sozial-gesellschaftlichen Verhältnisse bestimmen, also auch die
ökonomischen Klassenverhältnisse, denen dann die Bewußtseinsformen gegen-
übergestellt werden. Es entspricht dies der Definition der Gesellschaft als dem
Inbegriff der ökonomischen Beziehungen. Wenn dagegen nach den Worten des
Vorwort der materielle Produktionsprozeß den sozialen bestimmen soll, so kann
dies nur heißen, daß die Produktionsverhältnisse die Klassen einschließlich
ihres Bewußtseins überhaupt schaffen. Hinter der Differenz dieser Begriffs-
bestimmungen verbirgt sich dieselbe Schwierigkeit, die wir bei den Erörte-
rungen der Eigentumsverhältnisse fanden; wie Marx in dem Geheimnis der
ursprünglichen Akkumulation formuliert, ist die Trennung des Arbeiters von
den Produktionsmitteln, d. h. doch also auch die Klassenscheidung selbst Vor-
aussetzung des Kapitalismus.
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以下のイデオロギー的要因の調整を表します。
一方で、バルトの第二の言葉を調和させることは可能です。
バースが用いた命題は、第一の命題と両立させることができます。人生の政治的プロセスが
プロセスには、法的なものも含めて、言語の使用が可能である。
しかし、バルトが社会的・精神的人生のプロセスを分析して定義していくと
これまで意識の形態として理解されてきたものを分析すると、この仮定は
この仮定は、一連の言葉と矛盾しており、それによると、政治的な
人生のプロセスがそこに挿入されるだけでなく、ソーシャルという言葉の包括的な意味にも。
社会的という言葉の意味は、まさにマルクスによれば、社会的性質が社会を満たしている。
社会性は人間の全存在を満たしています。何が
は、何か新しいものであるとするならば、人生の社会的プロセスによって理解されるべきなのでしょうか?
それは、物質的、政治的、精神的なものと並んで、何か新しいものでなければならないとしたら?
とスピリチュアル? 明らかに、少なくとも言葉と最初の位置によって正当化されるようなものは何も残らないでしょう。
単語と初期位置でジャストフィットします。むしろ、その
社会生活のプロセスは、一般的な上部構造の表現としてここにある。
という意味で、この重要なポイントでは完全に無視されている階級闘争の理論のことである。
階級闘争の理論。マルクスが最初の文章で、上に昇るものをすべて分けているように
経済構造を、一方では法的・政治的な上部構造に、他方では社会的・経済的な上部構造に分解する。
と政治的上部構造の一方で、意識の社会的形態の他方である。
他方では、社会意識の形態を示しているので、第2文では、人生の社会的プロセスを政治的なものと精神的なものに分けている。
政治的にも精神的にも、このように読むことができます。生産のモード
の物質的な生活が、社会的な、つまり政治的、精神的な生活全般のプロセスを決定します。 社会的なもの、つまり人生全般の政治的・精神的なプロセス。
社会的関係によって理解される。他にも「社会関係は生産力と密接に結びついている」とあります。
生産力と密接に結びついている..... を作る人と同じです。
社会的関係は、その物質的生産様式に応じて、原理や思想をも形成する。
また、その社会的関係に応じて、原則、アイデア、カテゴリーを形成します。
社会的関係 (Elend, p.91) 変化した物質的生産様式と
物質的な生産様式の変化と、それに伴って変化した社会関係。. (Chap.I,
S. 262). 生産様式をその技術的側面に基づいて解釈することで、以下のことが想定されます。
社会的関係、すなわち経済的な階級関係を背景にして、その形態が
経済的な階級関係は、意識の形態と対比されます。
は、意識の形態と並置されます。という社会の定義に対応するものです。
経済的な関係の縮図。逆に言えば、それによれば
一方、序文によれば、物質的生産過程が社会的生産過程を決定することになっているとすれば、それはつまり
これは、生産関係が階級を、その意識を含めて創造することを意味するにすぎない。
そもそも彼らの意識は これらの違いの背景には
これらの定義の違いには、財産関係の議論で見つけたのと同じ難しさが隠されています。
マルクスが『原始的蓄積の秘密』で定式化しているように、財産関係は、それが
原始的な蓄積のために、労働者を生産手段から切り離すこと、即ち、原始的な蓄積のために、労働者を生産手段から切り離すこと。
生産手段の区別、つまり階級の区別そのものが、資本主義の前提条件である。
資本主義の前提である。
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193
So ergibt sich ein engerer und weiterer Begriff der Ideologie. In der
ersten Bedeutung definiert sie Engels als Beschäftigung mit Gedanken
als mit selbständigen, sich unabhängig entwickelnden, nur ihren eigenen
Gesetzen unterworfenen Wesenheiten« .
empiristischeu Argumentationen verwandt, gilt offenbar doch nur für die
bloßen Bewußtseinsformen. Wenn Engels aber auch den Staat ideolo-
gische Macht« nennt, so identifiziert sich die Ideologie mit dem Überbau
und Klassenkampf völlig.
Wie dem auch sei, jedenfalls ist es gestattet, den juristischen und
politischen Überbau zunächst zu betrachten. Diese beiden Elemente sind
bei Marx offenbar koordiniert; das Juristische zielt auf die Entwicklung
der Eigentumsverhältnisse, das Politische auf Staat und Staatsrecht. Bei
Engels ist die Aufeinanderfolge der von der Ökonomie abhängigen Fak-
toren anders; ihm ist der Staat das Ursprünglichere: »Im Staate stellt
sich uns die erste ideologische Macht über den Menschen dar . Da
nach Marx, wie wir sahen, die Produktionsverhältnisse bereits Eigentum
voraussetzen und damit freilich auch den Staat, empfiehlt es sich, Engels
zu folgen und das Politische zunächst zu betrachten.
Bezüglich des Staates ist zu scheiden zwischen seinem ersten histo-
rischen Auftreten und der Rolle, die er in der sonstigen ganzen Geschichte
gespielt hat. Die erste Frage, die Engels dahin beantwortet, daß wenigstens
für einen Augenblick der Staat ein Organ der gemeinsamen Interessen
gegenüber inneren und äußeren Feinden gewesen sei, gehört als historisch
in das nächste Kapitel; hier handelt es sich nur um das Verhältnis des
Staates zum Klassenkampf. Dieser ist der ursprünglichere; denn Engels
nimmt an, »daß der Staat entstanden ist aus dem Bedürfnisse, Klassen-
gegensätze im Zaum zu halten« 4. Die Funktion, die der Staat von da
an bis heute erfüllt hat, schildert er folgendermaßen: »Kaum entstanden,
verselbständigt sich dies Organ gegenüber der Gesellschaft und zwar
umsomehr, je mehr es Organ einer bestimmten Klasse wird, die Herr-
schaft dieser Klasse direkt zur Geltung bringt. Der Kampf der Unter-
drückten gegen die herrschende Klasse wird notwendig ein politischer,
ein Kampf zunächst gegen die politische Herrschaft dieser Klasse: das
Bewußtsein des Zusammenhangs dieses politischen Kampfes mit seiner
ökonomischen Grundlage wird immer dumpfer und kann ganz verloren
gehen.« »Ist der Staat noch heute, zur Zeit der großen Industrie und
Diese Bestimmung, die den
' Engels, L. Feuerbach S. 52 f.
* Engels, L. Feuerbach S. 51.
* Vgl. Engels, Antidühring S. 151; L. Feuerbach S. 51.
* Engels, Ursprung der Familie usw. S. 180.
Hammacher, Marxismus.
13
193
このようにして、狭い意味でのイデオロギーと広い意味でのイデオロギーの概念が生まれます。の中にある。
エンゲルスは、第一の意味として「思考への偏愛」と定義しています。
を「独自の法律にのみ従う、独立した、独自の発展を遂げた事業体で」としています。
自国の法律にのみ従う」。
それは経験主義的な議論に関連していますが、明らかに意識の単なる形態にしか適用されません。
単なる意識の形である。しかし、エンゲルスも国家を「イデオロギー的権力」と呼ぶとき、それを「国家」と認定しています。
権力」とは、イデオロギーが完全に上部構造や階級と同一視されていることです。
と階級闘争を完全に否定している。
それはともかく、どのような場合であっても、法と
政治的な上部構造が先です。この2つの要素は
法律的なものは財産関係の発展を目指し、政治的なものは階級闘争の発展を目指しています。
財産関係、国家に対する政治的なもの、そして国家の法律。で
エンゲルス、経済に依存する要因の順序が違う。
トールは異なり、彼にとっては国家の方がより原初的なものである。「国家においては、最初のイデオロギー的なパワ
人間を支配する最初のイデオロギー的権力である。以降
これまで見てきたように、マルクスによれば、生産の関係はすでに財産を前提としているので
もちろん、国家も同様であるが、エンゲルスに従って、まず
と、まず政治的なことを考えます。
国については、最初のヒストグラムと、その後のヒストグラムを区別しなければなりません。
そして、それがその後の歴史の中で果たしてきた役割。
の歴史を知ることができます。最初の質問にエンゲルスは、少なくとも一瞬は、と答えている。
少なくとも一時的には、国家は敵対する共通の利益のための組織であった。
内外の敵に直面したときの利益は、歴史的なものとして次の章に属する。
の章では、国家と階級闘争との関係が問題になっているだけである。
の状態を階級闘争に結びつける。こちらの方がオリジナルです。エンゲルスは
は、「国家は、階級の対立を抑える必要性から生じた」と仮定しています。
4 その時から現在まで国家が果たしてきた機能
その時から現在に至るまで、彼は次のように表現している。「ほとんど存在しなかった。
この器官は社会から独立している。
それは、特定の階級の機関になればなるほど、その階級の支配を直接主張することになる。
それが特定の階級の機関になればなるほど、その階級の権力を直接主張することになる。の奮闘ぶりが際立っています。
支配階級に対する被抑圧者の闘争は、必然的に政治的なものとなる。
まず第一に、この階級の政治的支配に対する闘いである。
この政治闘争が経済的基盤と結びついていることを意識して
経済的基盤を持つものは、ますます退屈になり、完全に失われることもある。
完全に失われた」。"国家は今日も、偉大な産業の時代と
この決定は、その
' Engels, L. Feuerbach p.52 f. です。
* エンゲルス、L. フォイエルバッハ p.51.
* Engels, Antidühring p.151; L. Feuerbach p.51 を参照。
* エンゲルス『家族の起源』など S. 180.
ハンマイヤー、マルクス主義。
13
www.DeepL.com/Translator(無料版)で翻訳しました。
Emil Hammacher
Emil Hammacher (21.03.1885, Köln — 1916, killed in France)[1] was a German philosopher, proponent of objective idealism and mystic,[2] doctor of Philosophy and Law, professor of philosophy at the University of Bonn.[3]
He studied in Geneva, Heidelberg, Berlin and Bonn.[4] Hammacher borrowed the basic tenets of objective idealism from Hegel. He rejected dialectics and developed the mystical doctrine of "ethical self-awareness of the spirit" as "the supreme and fundamental value." In his work directed against Marxism, Hammacher holds the idea that the socialization of the means of production and materialism are contrary to the laws of morality.[5]
Works
Books
- Der Charakter der Notstandshandlung vom rechtsphilosophischen und legislativen Standpunkte. Diss. Leipzig 1907
- Die philosophischen Entwicklungsbedingungen des Marxismus, Bonn, 1908;
- Das philosophisch-ökonomische System des Marxismus, Lpz., 1909;
- Die Bedeutung der Philosophie Hegels für die Gegenwart. Lpz., 1911 ;
- Hauptfragen der modernen Kultur. Lpz.—B., 1914.
Articles
References
- Richard Frank Krummel., Ausbreitung und Wirkung des Nietzscheschen Werkes im deutschen Sprachraum bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges: Ein Schrifttumsverzeichnis der Jahre 1867 - 1945. Ergänzungen, Berichtigungen und Gesamtverzeichnisse zu den Bänden I-III - 2008/ p. 109
- V. I. Lenin: Collected Works: Volume 38. Philosophical Notebooks. / Progress Publishers, Moscow.: 1976. / p. 238, 614
- Emil Hammacher (1885-1916)
- Friedrich Ueberweg Grundriss der Geschichte der Philosophie vom Beginn des neunzehnten Jahrhunderts bis auf die Gegenwart. / Berlin : E.S. Mittler, 1916. / p. 798
- Большая советская энциклопедия (1-е издание): т. XIV (1929), стлб. 493
This biography of a German philosopher is a stub. You can help Wikipedia by expanding it. |
Hammacher, Das Philosophisch- Ökonomische System. 1906
core.ac.uk/download/pdf/39259121.pdf
Title 社會理念とイデオロギ - ,ウトピ - 及びミ - トス ... - CORE
core.ac.uk/download/pdf/39259121.pdf
るのであるが、併しイデオロギーと云ふ言葉其物はマルクスの新たに鎬造せるものでなく、彼れ. 以前に既に ... Band, 1906. 但し通俗辞典でも 1931年版の Der Grosse Brockhaus, 9. Band には佛蘭西ィ. Eisler, Handwörterbuch der Pliilosophie, Zweite Auflage, 1922, ... Hammacher, Das Philosophisch- Ökonomische System.
https://www.amazon.com/Das-Philosophisch-Ökonomische-System-Marxismus-Berücksichtigung/dp/1332625231
Das philosophisch-ökonomische
System des Marxismus.
Unter Berücksichtigung
seiner Fortbildung und des Sozialismus überhaupt
dargestellt und kritisch beleuchtet
von
Dr. phil. et iur. Emil Hammacher,
Privatdozenten der Philosophie an der Universität Bonn.
AI otto:
»Ich huldige einem fast absoluten ükonomischen Anti-
dogmatismus. Wir wollen gemeinsam, wenn Sie zustimmen,
ije Gesetze der Gesellschaft suchen, die Art, wie sich diese
(e setze realisieren, den Fortschritt, gemäß welchem wir
dazu gelangen, sie zu entdecken
jeden Widerspruch entgegennehmen und ermuntern; iähmen
wir alle Ausschiießungen, allen Mystizismus; iassen Sie
uns niemals eine Frage für erschöpft erachten, und wenn
wir uns bis auf unser letztes Argument aufgebraucht haben,
fangen wir von neuem an, mit Beredsamkeit und Ironie.«
Lassen Sie uns
(Proudhon an Marx.)
Vincit
Veritas/
Leipzig,
Verlag von Duncker & Humblot.
1909.
105126
24/9/10
哲学的・経済的
マルクス主義の体系
考慮して
そのさらなる発展と、社会主義全般の
提示され、批判的に照らされる
からです。
Dr.phil.et iur. Emil Hammacher,
Privatdozenten der Philosophie an der Universität Bonn.
AIオットー。
"私は、ほぼ絶対的な反経済主義を信奉しています。
dogmatism。賛同していただけるなら、一緒にやりましょう。
社会の法則、その法則を実現する方法。
これらの法則をどのように実現するかということです。
それを発見するまでの過程では
すべての矛盾を受け入れ、後押しする。
すべての除外、すべての神秘主義、どんなことも考えさせない。
どんな問題でもやりつくしたとは思わないし、やりつくしたら
私たちは最後の議論までやり尽くしました。
饒舌とアイロニーで再出発しよう」。
私たちに
(Proudhon to Marx)
ヴィンチ
ベリタス/
ライプツィヒ
Duncker & Humblot出版社。
1909.
105126
24/9/10
ルービンが批判的に参照したハンマッヒャー1906,1909はなんとプルードンのマルクスへの手紙をエピグラフに掲げている
Page -119- ^ Engels, Antidühring S. 22. Freilich will hierzu nicht die Unterredung stimmen, die Plechanow nach seinem Bericht i. J. 1889 mit Engels gehabt hat: »Sie glauben also, frug ich. 'daß der alte Spinoza Recht hatte: Der Gedanke und die Ausdehnung sind nichts als die beiden Attribute einer einzigen Substanz?« »Gewiß«, antwortete Engels, der alte Spinoza hat vollständig Recht gehabt." (Plechanow, Bernstein und der Materialismus, Neue Zeit 16, II, S. 554.)
Page -127- Wie lassen sich diese Eigentümlichkeiten erklären? In dem schon zitierten Aufsatz gegen Heinzen nennt Marx es »den ganzen Grobianismus des gesunden Menschenverstandes, . . . daß er da, wo es ihm gelingt, den Unterschied zu sehen, die Einheit nicht sieht, und daß er da, wo er die Einheit sieht, den Unterschied nicht sieht2«. Alle Dinge stehen also in einem kontinuierlichen Zusammenhang. Dieser ständige Fortgang aller Begriffe und Vorgänge ist nun dialektisch, weil alle Wirklichkeit diesen logischen Charakter zu ihrem Inhalt hat. Deshalb ist die Erklärung der dialektischen Formung jeder Bewegung zu finden in der unmittelbaren Beziehung von Position und Negation, die ein Umschlagen erwarten läßt, wenn alle Kombinationen eines Teils erschöpft sind. »Der Vulgärökonom hat nie die einfache Reflexion angestellt, daß jede menschliche Handlung als Enthaltung von ihrem Gegenteil aufgefaßt werden kann. Essen ist Enthaltung vom Fasten, Gehen Enthaltung vom Stehen, Arbeiten Enthaltung vom Faulenzen, Faulenzen Enthaltung vom Arbeiten usw. Die Herren täten wohl, einmal nachzudenken über Spinoza: Determinatio est negatio^«. An anderer Stelle will Marx freilich dem Reflexionsbegriff durch einseitige Deutung einen bestimmten Wahrheitsgehalt zuschieben. »Es ist mit solchen Reflexionsbestimmungen überhaupt ein eigenes Ding. Dieser Mensch ist z. B. König, weil sich andere Menschen als Untertanen zu ihm verhalten, Sie glauben umgekehrt Untertanen zu sein, weil er König isf^«.
Page -129-
»Die Tätigkeit der dialektischen Zeugung^« umfaßt das ganze Gebiet des Wirklichen. »Hier wie in der Naturwissenschaft«, bemerkt Marx bezüglich der Kapitalbildung, »bewährt sich die Richtigkeit des von Hegel in seiner Logik entdeckten Gesetzes, daß bloß quantitative Veränderungen auf einem gewissen Punkt in qualitative Unterschiede umschlagen*«. Es hnndelt sich dabei um »Prozesse, die ihrer Natur nach antagonistisch sind, einen Widerspruch in sich enthalten. Umschlagen eines Extrems in sein Gegenteil, endlich als Kern des Ganzen die Negation der Negation-^«. Das durch seinen Gegensatz Negierte wird im weiteren Verlauf des Prozesses abermals negiert, aber zur höheren Einheit aufgehoben. »Negieren in der Dialektik heißt nicht einfach Nein sagen oder ein Ding für nicht bestehend erklären, oder es in beliebiger Weise zerstören. Schon Spinoza sagt: Omnis determinato est negatio. . . . Ich soll nicht nur negieren, sondern auch die Negation wieder aufheben. . . . Jede Art von Dingen hat ihre eigentümliche Art, so negiert zu
Page -155- Die Methode der politischen Ökonomie ist demnach die Methode für alles Begreifen der Geschichte überhaupt. Hier nun handelt es sich nicht um die dialektische Methode, welche ausschließlich auf die Formveränderung alles Wirklichen sich erstreckt, auch nicht um die Idee der materialistischen Geschichtsauffassung selbst, falls man sie nach dem oben erwähnten Sprachgebrauch als Methode bezeichnet. Vielmehr gilt es hier einen Ausgangspunkt xotx' i?oxv ^^ gewinnen, nach dem das Mannigfaltige aller wirtschaftlichen Erscheinungen unter einem obersten Begriff richtig erfaßt werden kann. Denn dies ist nach Marx das »Werk der Wissenschaft, die sichtbare, bloß erscheinende Bewegung auf die innere wirkliche Bewegung zu reduzieren 2.« In den wirtschaftlichen Tatsachen selbst ist also eine Erscheinung und ein ihr zugrunde liegendes geheimes agens zu unterscheiden. »Und dann,« sagt Marx gelegentlich, »glaubt der Vulgär eine große Entdeckung zu machen, wenn er der Enthüllung des inneren Zusammenhangs gegenüber darauf pocht, daß die Sachen in der Erscheinung anders aussehen. In der Tat, er pocht darauf, daß er an dem Scheine festhält, und ihn als letztes nimmt. Wozu dann überhaupt eine Wissenschaft? 3« »Die Vulgärökonomie«, heißt es an anderer Stelle, ». . . pocht hier wie überall auf den Schein gegen das Gesetz der Erscheinung. Sie glaubt im Gegensatz zu Spinoza, daß die Unwissenheit ein hinreichender Grund ist«*. Wie ist nun die innere Bewegung zu Page -162- Hier nun, am Ausgangspunkte des Marxismus, stoßen wir auf das eigentümliche Selbstbekenntnis: j>Die mystifizierende Seite der Hegeischen Dialektik habe ich vor beinahe 30 Jahren zu einer Zeit kritisiert, wo sie noch Tagesmode war. Aber gerade als ich den ersten Band des ,Kapital' ausarbeitete, gefiel sich das verdrießliche, anmaßliche und mittelmäßige Epigonentum, welches jetzt im gebildeten Deutschland das Wort führt, darin, Hegel zu behandeln, wie der brave Moses Mendelsohn zu Lessings Zeit den Spinoza behandelt hat, nämlich als ,toten Hund'. Ich bekannte mich daher offen als Schüler jenes großen Denkers und kokettierte sogar hier und da im Kapitel über die Werttheorie mit der ihm eigentümlichen Ausdrucksweise« ^. So oft diese Worte zitiert worden sind, so oft hat man übersehen, daß Marx unmittelbar vor dieser Stelle jede Verwandtschaft seiner dialektischen Methode mit der Hegels ablehnt und sein Bekenntnis der Zugehörigkeit im speziellen auf die Analyse des Wertes einschränkt. Was hat nun Marx mit dieser seiner Behauptung angedeutet ? Page -422- Die oben behauptete Wesensdifferenz zwischen Körperlichem und Geistigem hat nur Woltmann deutlich zugestanden, indem er als eine Synthese aus Spinozismus und Kantianismus formuliert: »So wird der Parallelismus in letzter Instanz zu einem Monismus im Sinne des Spinoza ... Die absolute Einheit beider (des physischen und psychischen) — das Ding-an-sich — ist unserem wissenschaftlichen Erkennen verschlossen« -. Page -517- in der sie Logik und Metaphysik in eins setzt. Wie als Element des Denkens der Begriff gilt, so das Verhältnis des Allgemeinen zum Besonderen als Realitätsbeziehung. Am deutlichsten zeigt sich hier der Einschlag der Aristotelischen Gedankenwelt, allgemeiner des Begriffsrealismus überhaupt, der der deutschen Metaphysik zur Hauptsache durch Spinoza vermittelt wurde. Wie wir aber früher die Begriffslogik ablehnten, so ist erst recht der Begriffsrealismus überhaupt zu verwerfen, der zudem den Fehler macht, Formen zu Inhaltsbestimmungen zu machen. Auch von hier aus erhalten wir demnach das Resultat, daß die dialektische Methode nicht mittels logisch-metaph3^sischer Voraussetzungen, sondern nur durch Induktion gesichert werden kann. Page -518- Wirkung ist das gleiche wie das von Grund und Folge. »In der Ursache als solcher selbst«, sagt Hegel, »liegt ihre Wirkung und in der Wiikung die Ursache«^. Die Dialektik erneuert also die analytische Kausalauffassung, jene Meinung, die bis dahin allen Philosophen gemeinsam von Hume und Kant von ganz verschiedenen Gesichtspunkten aus so glänzend widerlegt worden ist. So zeigt sich in der nachkantischen Spekulation aufs deutlichste der Einschlag spinozistischer Gedankengänge; denn das S5'stem des Spinoza hat am vollkommensten die Identität des Erkenntnis- und Realgrundes ausgebildet. Page -518- Ein Vergleich mit diesem System zeigt nun aber wie die Verwandtschaft so gleichfalls leicht die Verschiedenheit. Für Spinoza ist Deus sive substantia von vornherein als natura naturans vorhanden; die Dinge folgen aus ihm mit mathematischer Notwendigkeit. Die Vielheit gilt hier als Trug der imaginatio, die verkennen läßt, daß alle Wirklichkeit nur Modifikation Gottes ist. Hegel setzt dagegen Gottes Herrlichkeit erst an das Ende eines logischen und zuletzt eines zeitlich historischen Prozesses, der ursprünglich mit dem reinen Sein oder Nichts beginnt. So stieß er auf eine Schwierigkeit, der Spinoza nicht begegnet war. Für ihn ist Gott als die substantielle Einheit des Wirklichen selbst das Band, welches Ursache und Wirkung verknüpft. Hegel mußte, wenn er den Entwicklungsprozeß selbst deduzieren wollte, nach einem anderen rationalen Zusammenhang suchen und er fand ihn verbürgt in dem intuitiv geschauten Widerspruch. Von Spinozas Voraussetzungen war sein Satz: omnis determinatio est negatio konsequent; die Bestimmtheit kommt hier nur dadurch zustande, daß das Unendliche nach irgend einer Hinsicht verneint wird. Aber wie steht es, wenn Hegel und mit ihm Marx und Engels sich auf diesen Satz berufen ? Kann auch hier durch bloße Verneinung etwas Positives erhalten werden ? Offenbar nicht, denn es wird doch auf der untersten Entwicklungsstufe angefangen und nicht von der obersten Einheit ausgegangen, wie Spinoza will. Barth hat bemerkt: »Die Umwandlung des abstrakt leeren Nichts in ein konkretes Nichts erleichtert sich Engels ebenso wie Hegel dadurch, daß er mit ihm in Spinozas Satz: omnis determinatio est negatio, determinatio und negatio als reziproke Begriffe behandelt und umkehrend sagt: omnis negatio est determinatio« -. Es ist freilich nicht richtig, daß Engels oder auch Marx den Satz umgekehrt hätte. Aber sachlich ist die Dialektik nur unter dieser Voraussetzung möglich. Daß etwas bei der Negation herauskommt, Page -701- Theorie des sozialen SeinsoUens« \ Es soll nicht bestritten werden, daß man mittels dieser Einteilung ein wertvolles Hilfsmittel zur Analyse sozialphilosophischer Systeme erhält. Aber es handelt sich hierbei nicht, wie Dietzel meint, um letzte Prinzipien, um Axiome. Er behauptet: »Das Sozialprinzip ist ohne metaphysisch-überirdische Konsequenz unhaltbar. Ohne diese Sanktion läßt sich ein Recht der Staaten, die Individuen als Organe des Staatszwecks zu behandeln und ein Recht der späteren Geschlechter von den früheren Opfer zu fordern, nicht konstruieren . . . Weil nun zwar unbeweisbar ist, daß eine solche Potenz in der Geschichte waltet, ebensowenig aber der Gegenbeweis geführt werden kann — woraus die absolute Wahrheit des Individualismus sich ergebe — darf das Sozialprinzip als gleichwertig dem Individualprinzip bezeichnet werden« ^. Der formale Gedanke des Sollens, der Verpflichtung überhaupt, ist die höhere Instanz, in der beide Gegensätze aufgehoben sind. Insofern ist also das Sozialprinzip nicht unbeweisbar und unwiderlegbar, sondern vielmehr, wie wir ausführten, eine Bedingung, die soziale Erfahrung überhaupt als Wertgemeinschaft allererst möglich macht, und damit eine Tatsache, die als letzte nur konstatiert werden kann, wie der Anspruch auf logische Wahrheit. In diesem Sinne muß jede Wissenschaft der Ethik von der Feststellung ausgehen, daß die Menschen einer Idee unterworfen sind, die aus dem Gebiet des Natürlichen ebenso deutlich hinausführt, als sie nicht notwendig in die Metaphysik hineinführt. Während so gedeutet das Sozialprinzip eine Urtatsache ist, ist umgekehrt das Individualprinzip überhaupt kein sittlicher Kanon, wenn darunter verstanden wird, daß das Individuum die Gemeinschaft nur als Mittel zu seinem Glück beliebig benutzen darf. Es folgt aber noch gar nicht aus dem Geltungscharakter des Normativen ein konsequenter Anti- Individualismus in dem Sinne, daß die Menschen einer rechtlichen oder politischen Gebundenheit zu unterwerfen seien. Indem wir vielmehr als einen materialen Bestimmungsgrund der Sittlichkeit den Kulturbegriff hinzufügten, um so die analytisch gefundene Form zu einem wirklichen Kriterium zu machen, muß erst noch gefragt werden, ob eine derartige Verpflichtung auch das inhaltlich Richtige sei, das aus der Bestimmung der Kultur abfließt. Nietzsche z. B., der bei Dietzel mit Spinoza als Vertreter der individualistischen Machttheorie erscheint, vertritt durchaus die soziale Idee überhaupt; der Übermensch ist gerade deswegen wirkliche Ethik, weil er den kleinen Leuten und den Herrenmenschen ein Page -746- Spencer 437, 441, 662, 696. Spinoza 103, 393, 502, 504, 685. Stammler 105, 129, 163 f., 176, 179, ページ -27 それを超越的な世界観に含めるためには、まず一元論的な思想家が必要でした。それも超越論的な世界観に含めるためには、一元論的に方向づけられた思想家の思索が必要であった。スピノザが現実の単一性を数学的に確実に証明すると信じていた哲学は、当時、レッシングの世界観をめぐる論争と外連味をもって命を吹き込まれ、そこから、当然のことながら、統一的にしか理解できない絶対的なもの、すべての存在の原初的な根拠があるはずだということが推測されました。ここまでは、もちろんカントの自己決定から吸収したことです。すべての現実の原初的な源への浸透は、単なる反射では達成できません。フィヒテが絶対的な自我として、シェリングが現実と理想の同一性として、ヘーゲルが絶対的な精神として把握している絶対的なものは、哲学者に特有の特別な器官、すなわち知的な観照、独特に考えられた理性、あるいは直観的思考の形態が別の言い方で呼ばれていたようなものを持ってくる者にのみ、その姿を開く。 ページ -119 プレハーノフがエンゲルスと交わした会話は、1889年のJ.I.の報告によれば、これとは一致しないことは確かである。"エンゲルスは「確かに、昔のスピノザは完全に正しかった」と答えた。(Plekhanov, Bernstein and Materialism, New Time 16, II, p.554)。 ページ -127 この特異性はどのように説明できるのでしょうか。すでに引用したハインゼンに対する論考の中で、マルクスはこれを「......差異を見ることに成功しても統一を見ず、統一を見ても差異を見ないという、常識の全体的な冷たさ」と呼んでいる2。すべてのものは、連続した関係にあります。すべての現実はその内容にこのような論理的性格を持っているので、すべての概念とプロセスのこの連続した進歩は弁証法的である。したがって、あらゆる運動の弁証法的な形成の説明は、位置と否定の直接的な関係の中に見出されるべきであり、それは、ある部分のすべての組み合わせが使い果たされたときに反転することを期待させる。"俗な経済学者は、人間のあらゆる行動は、その反対の行動を避けることで考えられるという単純な考察をしたことがない。食べることは断食を控えること、歩くことは立つことを控えること、働くことはローフを控えること、ローフは働くことを控えること、などです。諸君は、スピノザの「決定は否定である」という言葉を一度考えてみるといいだろう。もちろん別の場所では、マルクスは一方的な解釈によって反射の概念にある種の真実の内容を付与したいと考えている。"それはすべての反射のような決定とそれ自身のものである。例えば、この男が王であるのは、他の男たちが彼を臣下として関係しているからであり、逆に彼らは、彼が王であるがゆえに自分たちが臣下であると信じているのだ。" ページ -129 "弁証法的創造の活動^"は、現実の全領域を包含しています。"ここでは、自然科学と同じように、ヘーゲルが『論理学』で発見した、ある時点での単なる量的変化が質的変化に変わるという法則の正しさが証明されている」とマルクスは資本の形成について述べている。それは「本質的に拮抗したプロセスであり、それ自体が矛盾を含んでいる」ということです。極端なものを反対のものに変え、最終的には全体の核として、否定の否定-^"。反対のものによって否定されたものは、しかし、プロセスのさらなる過程で再び否定されますが、より高い統一性に向けて無効化されます。"弁証法における否定とは、単に「いいえ」と言ったり、あるものが存在しないと宣言したり、何らかの方法でそれを破壊することではない。すでにスピノザは「Omnis determinato est negatio」と言っている。. . . 私は否定するだけでなく、否定を元に戻すこともできます。. . . どんな種類のものでも、このように否定される特有の方法があります。 ページ -155 したがって、政治経済学の方法は、歴史全般を理解するための方法です。さて、ここで私たちが扱っているのは、もっぱら実在するすべてのものの形態の変化にまで及ぶ弁証法ではなく、また、上述した言葉の用法に従って方法と呼ばれるのであれば、唯物論的な歴史の概念そのものの考えでもありません。ここではむしろ、すべての経済現象の多様性を最高の概念の下で正しく把握するための出発点xotx' i?oxv ^^を得ることが問題なのです。マルクスによれば、これこそが「科学の仕事、すなわち、目に見える、単なる見かけの運動を、内なる真の運動に還元すること」なのです。 ページ -155 したがって、政治経済学の方法は、歴史全般を理解するための方法です。さて、ここで私たちが扱っているのは、もっぱら実在するすべてのものの形態の変化にまで及ぶ弁証法ではなく、また、上述した言葉の用法に従って方法と呼ばれるのであれば、歴史の唯物論的な概念そのものの考えでもありません。ここではむしろ、すべての経済現象の多様性を最高の概念の下で正しく把握するための出発点xotx' i?oxv ^^を得ることが問題なのです。マルクスによれば、これこそが「科学の仕事、すなわち、目に見える、単に現れた運動を内なる真の運動に還元すること」なのです。"そして、マルクスは時折こう言っています。「内的なつながりの啓示に直面して、外見上は物事が違って見えると主張するとき、低俗な人は自分が大発見をしたと思っている。確かに、彼は外見にこだわると主張し、それを最後の手段としている。では、科学はいったい何のためにあるのでしょうか。3」「下品な経済学」と、他の場所では「...。ここでは、どこでもそうですが、外観の法則に反する外観を主張しています。それは、スピノザとは逆に、無知であることが十分な理由になると信じているからです」*。さて、内側の動きはどのように ページ -162 ここで、マルクス主義の出発点において、次のような独特の自己告白をしています。「ヘーゲント弁証法の神秘的な側面について、私は30年近く前に、それがまだ当時の流行であったときに批判しました。しかし、私が『資本論』の第一巻を執筆していた頃、現在、教育を受けたドイツで言葉をリードしている、怒りっぽく、気取った、凡庸なエピゴニズムは、レッシングの時代にモーゼ・メンデルソンがスピノザを扱ったように、ヘーゲルを「死んだ犬」として扱うことに喜びを感じていました。それゆえ、私は自分があの偉大な思想家の弟子であることを公然と告白し、価値論の章では、彼特有の表現方法をあちこちでちらつかせていた」^^ この言葉がしばしば引用されてきたが、この文章の直前にマルクスが自分の弁証法とヘーゲルの弁証法との関係を否定し、特に価値の分析に忠誠を告白していることは、しばしば見落とされてきた。さて、マルクスのこの主張は何を意味していたのでしょうか。 ページ -422 以上のような物理的なものと精神的なものとの間の本質的な違いを明確に認めたのは、ウォルトマンだけである。彼は、スピノザとカント主義の統合として次のように述べている。物理的なものと精神的なものの両方の絶対的な統一性、つまり「そのものらしさ」は、私たちの科学的な認識には閉ざされています」-。 ページ -517 それは、論理と形而上学を一つにしたものです。思考の要素が概念であるように、一般的なものと特定のものの関係が現実の関係である。ここでは、主にスピノザによってドイツ形而上学に与えられたアリストテレスの思想、より一般的には概念的実在論の影響が最も明確に現れている。しかし、先に概念論理を否定したように、先験的に概念実在論全般を否定しなければなりません。この概念実在論は、形式を内容の決定要因に変えるという間違いを犯しています。ここからも、弁証法は論理的・形而上学的な前提条件によっては担保されず、帰納法によってのみ担保されるという結果が得られます。 ページ -518 Effectは、cause and consequenceのそれと同じです。"ヘーゲルは、「そのような原因そのものの中に、その結果があり、また、その原因の中にwiikungがある」と言っています。弁証法は、これまでヒュームとカントによって、すべての哲学者に共通して、まったく異なる視点から見事に反論されてきた因果関係に関する分析的な概念を、このようにして新たにしているのである。このように、ポスト観念論においては、スピノザ思想の影響が最も明確に現れている。スピノザのS5'stemは、知識の根拠と現実の根拠の同一性を最も完璧に発展させたからである。 ページ -518 しかし、このシステムと比較すると、関係性と同じくらい簡単に、その違いがわかります。スピノザは、神(Deus sive substantia)が自然(natura naturans)として先験的に存在し、物事は数学的必然性をもって神から生じるとした。ここでは、多重性は、すべての現実が神の修正にすぎないことを認識することを不可能にする想像力の欺瞞とみなされています。一方、ヘーゲルは、神の栄光を、もともと純粋な存在や無から始まる時間的歴史的プロセスの論理的、最終的な終わりにのみ位置づけています。このようにして、彼はスピノザが遭遇しなかった困難に遭遇したのである。彼にとって、実在するものの実質的な統一体としての神は ページ -518 Effectは、cause and consequenceのそれと同じです。"ヘーゲルは、「そのような原因自体の中に、その結果があり、ワイクンの中に原因がある」と言っています。弁証法は、これまでヒュームとカントによって、すべての哲学者に共通して、まったく異なる視点から見事に反論されてきた因果関係に関する分析的な概念を、このようにして新たにしているのである。このように、ポスト観念論においては、スピノザ思想の影響が最も明確に現れている。スピノザのS5'stemは、知識の根拠と現実の根拠の同一性を最も完璧に発展させたからである。 ページ -518 しかし、このシステムと比較すると、関係性と同じくらい簡単に、その違いがわかります。スピノザは、神(Deus sive substantia)が自然(natura naturans)として先験的に存在し、物事は数学的必然性をもって神から生じるとした。ここでは、多重性は、すべての現実が神の修正にすぎないことを認識することを不可能にする想像力の欺瞞とみなされています。一方、ヘーゲルは、神の栄光を、もともと純粋な存在や無から始まる時間的歴史的プロセスの論理的、最終的な終わりにのみ位置づけています。このようにして、彼はスピノザが遭遇しなかった困難に遭遇したのである。彼にとって神は、実在そのものの実質的な統一体であり、原因と結果を結びつける絆である。ヘーゲルは、発展の過程そのものを推論しようとするならば、別の合理的な関係を探さなければならず、直観的に見られる矛盾の中にそれを見出すことができたのである。スピノザの前提からすると、「全知全能の決定性は否定性である」という命題は一貫している。つまり、ここでの決定性は、無限が何らかの点で否定されるという事実によってのみ生じる。しかし、ヘーゲルやマルクス、エンゲルスがこの命題に言及している場合はどうでしょうか。ここでも、単なる否定によって肯定的なものが得られるだろうか。なぜなら、スピノザが言うように、それは発展の最も低い段階から始まったものであり、最高の統一性から始まったものではないからです。バルトは次のように述べている。「抽象的に空虚な無を具体的な無に変換することは、ヘーゲルと同様にエンゲルスによっても容易になっている。スピノザの命題:omnis determinatio est negatioにおいて、決定論と否定論を相互の言葉として彼と一緒に扱い、逆に言う:omnis negatio est determinatio」-。確かに、エンゲルスやマルクスがこの命題を覆したかというと、そうではありません。しかし、実際にはこの前提のもとでしか弁証法は成り立ちません。その何かが否定されて出てくる。 701ページです。 社会的存在の理論 \ 社会哲学的なシステムを分析する上で、この区分によって貴重な助けを得ることができることは否定できません。しかし、これらはディーツェルが考えるような最終的な原理、公理ではありません。彼は、「社会的原理は、形而上学的・超自然的な帰結なしには成立しない」と主張しています。これがないと、国家が個人を国家の目的のための器官として扱う権利や、後の性が先の性に犠牲を要求する権利は構築できません。. . さて、そのような力が歴史の中で優勢であることは証明できないが、それに反することを証明することも同様に不可能であり、その結果、個人主義の絶対的な真実がもたらされることになるので、社会的原理は個人的原理と同等であると呼ぶことができる」 ^ oughtの形式的な考え、一般的な義務の考えは、両方の対立が廃止された高次の例である。この点において、社会的原理は証明できない反論できないものではなく、これまで述べてきたように、そもそも価値観の共同体としての社会的経験を可能にする条件であり、したがって、最後には、論理的真理の主張のように述べることしかできない事実なのです。この意味で、すべての倫理学の科学は、人間は自然の領域から、必ずしも形而上学につながるものではないことがはっきりしている考えに従うという声明から出発しなければなりません。このように解釈すると、社会的原理は原初的な事実であるが、逆に個人的原理は、個人が自分の幸福のための手段としてのみ、共同体を自由に利用することができるという意味に理解されるならば、道徳的な規範では全くない。しかし、規範の有効な性格から、人間が法的または政治的な束縛を受けるという意味での一貫した反個人主義があるということは、まだ全く導き出されていません。むしろ、道徳の物質的な決定要因として文化の概念を加えることで、分析的に見出された形を実際の基準とするためには、まず、そのような義務が、文化の決定から流れ出る内容においても正しいものであるかどうかを問わなければならない。例えば、『ディーツェル』でスピノザとともに個人主義的な権力論の代表として登場するニーチェは、『ディーツェル』の中では、以下のような方法で表現しています。 ページ -701 社会的存在の理論 \ この分類によって、社会哲学的なシステムの分析に貴重な助けを得ることができることは否定できません。しかし、これらはディーツェルが考えるような最終的な原理、公理ではありません。彼は、「社会的原理は、形而上学的・超自然的な帰結なしには成立しない」と主張する。これがないと、国家が個人を国家の目的のための器官として扱う権利や、後の性が先の性に犠牲を要求する権利は構築できません。. . さて、そのような力が歴史の中で優勢であることは証明できないが、それに反することを証明することも同様に不可能であり、その結果、個人主義の絶対的な真実がもたらされることになるので、社会的原理は個人的原理と同等であると呼ぶことができる」 ^ oughtの形式的な考え、一般的な義務の考えは、両方の対立が廃止された高次の例である。この点において、社会的原理は証明できない反論できないものではなく、これまで述べてきたように、そもそも価値観の共同体としての社会的経験を可能にする条件であり、したがって、最後には、論理的真理の主張のように述べることしかできない事実なのです。この意味で、すべての倫理学の科学は、人間は自然の領域から、必ずしも形而上学につながるものではないことがはっきりしている考えに従うという声明から出発しなければなりません。このように解釈すると、社会的原理は原初的な事実であるが、逆に個人的原理は、個人が自分の幸福のための手段としてのみ、共同体を自由に利用することができるという意味に理解されるならば、道徳的な規範では全くない。しかし、規範の有効な性格から、人間が法的または政治的な束縛を受けるという意味での一貫した反個人主義があるということは、まだ全く導き出されていません。むしろ、道徳の物質的な決定要因として文化の概念を加えることで、分析的に見出された形を実際の基準とするためには、まず、そのような義務が、文化の決定から流れ出る内容においても正しいものであるかどうかを問わなければならない。例えば、『ディーツェル』でスピノザとともに個人主義的な力の理論の代表として登場するニーチェは、確かに社会的な思想全般を代表している。Übermenschが本当の倫理であるのは、まさにそれが小人と主人の間に ページ -746 Spencer 437, 441, 662, 696. Spinoza 103, 393, 502, 504, 685. Stammler 105, 129, 163 f., 176, 179, スピノザ12 プルードン91箇所 Page -7- jeden Widerspruch entgegennehmen und ermuntern; lähmen wir alle Ausschließungen, allen Mystizismus; lassen Sie uns niemals eine Frage für erschöpft erachten, und wenn wir uns bis auf unser letztes Argument aufgebraucht haben, fangen wir A'on neuem an, mit Beredsamkeit und Ironie.« (Proudhon an Marx.) Page -12- Der kritische Teil untersucht den sachlichen Gehalt des Marxismus unabhängig von der nachgewiesenen Verknüpfung metaphysischer und empirischer Gedankengänge. Abgesehen von sorgfältiger Analyse, die stets einen auch nur relativen Wahrheitsgehalt zu bewahren sucht, glaube ich hierbei zuerst die Spaltung der Marxschen Schule (als eine Analogie zu der Geschichte des Hegelianismus), die Beispiele zur angewandten Geschichtsauffassung und die Fortbildung der Gedankenwelt überhaupt herangezogen zu haben. Schließlich habe ich mich überall bemüht, den Sozialismus im ganzen zu würdigen und seine Bedeutung sowie die Grundlinien seiner Weltauffassung in einem weiten historischen Rahmen zu zeichnen. Besonders habe ich dabei Proudhon und Rodbertus berücksichtigt. Das Schlußkapitel »Der Sozialismus als ethische Notwendigkeit« behandelt das Problem nur in Anlehnung, sonst aber losgelöst von den Ansprüchen des marxistischen Sozialismus. Page -13- § 2. Die Geburtsstunde der materialistischen Geschichtsauffassung. . 66 § 3. Der Abfall von Feuerbach und Proudhon. Die Anknüpfung an Page -69- Echo des französischen SoziaHsmus und Kommunismus«, schreibt er in der selbstbiographischen Skizze ^, »hatte sich in der Rheinischen Zeitung hörbar gemacht« — für den gründlichen Marx nur eine Anregung zur Vertiefung seiner Studien, so konnte er dagegen positives lernen aus dem um dieselbe Zeit erschienenen Buche von Lorenz von Stein »Der Kommunismus und Sozialismus des heutigen Frankreichs«. Da dieses Buch großes Aufsehen erregte und der Gegenstand Marx besonders interessieren mußte, so ist es höchst wahrscheinlich, daß er es sofort nach seinem Erscheinen gelesen hat^; die Tatsache aber, daß Marx trotzdem ein Jahr darauf noch immer das Bild des ideologischen Dialektikers zeigt, das wir oben in den Aufsätzen der deutsch-französischen Jahrbücher kennen gelernt haben, erklärt sich wohl genügend aus der Gewissenhaftigkeit, mit der Marx Ideen lange bei sich zurückbehielt, ehe er sie völlig durchdacht der Öffentlichkeit übergab. Im Strome des Pariser Lebens, wo Marx bald auch in persönliche Berührung mit den großen Sozialisten, insbesondere mit Proudhon geriet, konnte es nicht ausbleiben, daß sein ganzes Denken sich nunmehr wirtschaftlichen Problemen zuwandte. Auch ist hierbei der Einfluß von Engels nicht zu unterschätzen, der ihm durch seine Aufsätze und sicher auch durch mündliche Aussprache das Studium der theoretischen Nationalökonomie nahelegte. »Marx warf sich«, berichtet Engels von seinem Pariser Aufenthalt, »aufs Studium der politischen Ökonomie, der französischen Sozialisten und der Geschichte Frankreichs^«. »Er stürzt sich immer von neuem in ein endloses Büchermeer«, schreibt Rüge für dieselbe Zeit*. Wie weit er sich hier abhängig gemacht und inwieweit sein eigenes Verdienst bei der letzten Ausbildung seiner Gedanken gewesen ist, ist der Gegenstand lebhaftesten Streites. Jedenfalls steht fest, daß seine Anschauungen sich nunmehr binnen kürzester Frist konsolidieren. Schwankt er noch mitunter in den Aufsätzen, die er für den Pariser Vorwärts geschrieben hat, so ist doch bereits in der »Heiligen Familie«, die er im Verein mit Engels ein halbes Jahr nach dem Eingehen der Jahrbücher im September 44 herausgibt, eine erste Skizze der neuen Geschichtsphilosophie fertig. Page -70- Georg Adler sieht in L. Blanc ihren Entdecker, ebenso L. Stein in ihm den bedeutendsten Vorläufer; Wenckstern nimmt das Recht für Jules Le Chevalier in Anspruch. Mülberger für Proudhon, Weltmann für Vico und insbesondere P. Parth behauptet. Marx habe fast garnichts entdeckt, er habe nur die Ansichten Saint-Simons systematisiert, und schließlich behauptet Jaures von Barnave. dessen Nachlaß Introduktion ä la revolution fran^aise allerdings erst 45 veröffentlicht wurde: »C'est vraiment un premier croquis du materialisme economique de Marx^. Page -75- Das Resultat der gezeichneten Entwicklungsreihe ist der ökonomische Materialismus, der, durch die Gestaltung der Problemlage bedingt bei allen französischen Sozialisten mehr oder weniger zum Vorschein kommt. Was nun die großen »Utopisten« im Einzelnen gelehrt haben, dies gesondert zu untersuchen erübrigt sich nach dem umfangreichen Material, das neuestens Fr. Muckle beigebracht hat in seinem ausgezeichneten und gründlichen Buche: Henri de Saint-Simon, Die Persönlichkeit und ihr Werk. 1908. Danach muß als festgestellt angesehen werden, daß insbesondere Saint-Simon sich in der zweiten Periode seines Lebens dem historischen Materialismus genähert hat- indem er den Begriff der Gesellschaft über den des Staates stellt, behauptet er: »La loi qui constitue la propriete est la plus importante de toutes; C'est celle qui sert de la base ä l'edifice sociale«; ganz ähnlich bezeichnet Proudhon das Eigentum als »la base meme de la societe« und sogar die Arbeit als »la forme plastique de la societe, l'ideetype qui determine les diverses Page -78- So war zwar die Begründung des sozialistischen Anspruchs in der Ethik stecken geblieben — und dem entsprach, daß jene Sozialisten sich an alle Volksgenossen wandten — aber das Mittel zu seiner Verwirklichung war doch einigermaßen geklärt. Aus der praktischen Bejahung des Privateigentums durch Saint-Simon resultierte indes noch ein drittes Problem, die theoretische Unklarheit über die Rolle des Privateigentums gegenüber der Wirtschaft^. Und so sehr auch Bazard sich der Lösung genähert haben mag, so ist diese Frage doch in ihrer ganzen Tragweite erst von Proudhon aufgeworfen und verstanden worden. In seiner Schrift »Qu'est-ce que la propriete ou recherches sur le principe du droit et du gouvernement« (1840) bestimmt er mittels einer Analyse des Gerechtigkeitsbegriffes das Eigentum jeder Form als »vol«, als Ausbeutung schlechthin. Proudhon^ wurde so derjenige unter den Franzosen, Page -78- * Über Proudhon, vgl. Diehl, Proudhon seine Lehren und Leben. In drei Abteilungen. Conrads Sammlungen nationalökonomischer und statistischer Abhandlungen Bd. ^" u. VI. Page -79- ^ In der Vorrede zur zweiten Auflage erklärt Proudhon: -Herr Blanqui erkennt an, daß es im Eigentum eine Menge Mißbräuche, hassenswerter Mißbräuche gibt. Für mich ist Eigentum ausschließlich die Summe dieser Mißbräuche.« Nach Mülberger, Proudhon S. 33. Page -88- Zunächst preist Marx das Werk des ihm auch persönlich nahestehenden Proudhon als eine entscheidende Wendung der Wissenschaft. »Alle Entwicklungen der Nationalökonomie haben das Privateigentum zur Voraussetzung. Diese Grundvoraussetzung gilt ihr als unumstößliche Tatsache, die sie keiner weiteren Prüfung unterwirft. . . Proudhon nun Page -88- * Georg Adler behauptet: ^Derjenige, der die Bekehrung von Marx zum Sozialismus bewirkt hat, ist — worauf zum ersten Male Lexis aufmerksaoi gemacht hat — Proudhon. Wohlgemerkt, es handelt sich bloß um die Bekehrung zum Sozialismus überhaupt, nicht etwa darum, daß Marx jemals Anhänger Proudhons gewesen sein soll.« (Die Anfänge der Marxschen Sozialtheorie in Festgaben für Adolf Wagner, 1905, S. 10). — Ich halte dies nicht für richtig. Zwar kennt Marx schon zur Zeit seines Kölners Postens das 'scharfsinnige« Werk Proudhons; aber schon die Zurückhaltung eines sonstigen Urteils beweist, daß es ihn nicht allzu beschäftigt hatte. Der in den deutschfranzösischen Jahrbüchern vertretene Standpunkt ist aber gerade als ein Echo des Kommunismus überhaupt die Abschaffung des Privateigentums, während Proudhon in seinem Buche jedes Eigentum verwirft. Sein Einfluß auf Marx ist vielmehr erst in der «Heiligen Familie« erkenntlich und von hier aus in dem oben angedeuteten Sinne maßgebend geblieben. Hierauf wird später noch mehrfach zurückzukommen sein. Page -89- unterwirft die Basis der Nationalökonomie, das Privateigentum einer kritischen Prüfung und zwar der ersten entschiedenen, rücksichtslosen und zugleich wissenschaftlichen Prüfung. Dies ist der große wissenschaftliche Fortschritt, der die Nationalökonomie revolutioniert und eine wirkliche Wissenschaft der Nationalökonomie erst möglich macht. Proudhons Schrift Qu'est-ce que la propriete? hat dieselbe Bedeutung für die moderne Nationalökonomie, welche Sieyes' Schrift Qu'est-ce que le tiers etat? für die moderne Politik hat ... Er (Proudhon) hat daher konsequent nicht diese oder jene Art des Privateigentums, wie die übrigen Nationalökonomen, auf partielle Weise, sondern das Privateigentum schlechthin auf universelle Weise als den Verfälscher der nationalökonomischen Verhältnisse dargestellt. Er hat alles geleistet, was die Kritik der Nationalökonomie vom nationalökonomischen Standpunkt aus leisten kann^ Page -89- * Vgl. Kap. III, S. 48; Lit. Nachl. I, S. 445 f. Wahrscheinlich ist auch Engels in seinem Aufsatze durch Proudhon beeinflußt, obwohl er nicht zitiert wird. Sollte eine Beziehung nicht stattfinden, so hätte Engels allerdings einen geradezu genialen Wurf getan. Wir werden im nächsten Paragraphen sehen, wie Marx bereits in der Heiligen Familie unter Berufung auf Engels' ausschließliche Betonung der juristischen Voraussetzung von Proudhon abzuschwenken beginnt. Page -94- § 3. Der Abfall von Feuerbach und Proudhon. Die Anknüpfung an die klassisciie Werttheorie und ihre egalitäre Page -95- Wie hier die geschichtsphilosophischen Grundlagen nach ihrer theoretischen und praktischen Gestaltung fertig vor uns liegen, so konzipiert Marx nun auch mit bewunderungswürdiger Schnelligkeit seine ökonomischen Theorien. Sie sind mit einer Ausnahme, auf die noch häufig zurückzukommen sein wird, in seiner nächsten Schrift »Das Elend der Philosophie« in allem wesentlichen fertig. Das Werk erschien zwei Jahre nach der Niederschrift der Thesen über Feuerbach und wendet sich in scharfer Polemik gegen den bisher bewunderten Freund Proudhon und dessen 1846 erschienenes Buch: Systeme des contradictions economiques ou philosophie de la misere. Page -95- Hören wir zunächst, was Marx selbst im Jahre 65 über die Geschichte ihrer Freundschaft schreibt. »Während meines Aufenthaltes in Paris 1844, trat ich zu Proudhon in persönliche Beziehung. Ich erwähne das hier, weil ich zu einem gewissen Grad mit Schuld bin an seiner Sophistication, wie die Engländer die Fälschung eines Handelsartikels nennen. Während langer, oft übernächtiger Debatten infizierte ich ihn zu seinem großen Schaden mit Hegelianismus, den er doch bei seiner Unkenntnis der deutschen Sprache nicht ordentlich studieren konnte. Was ich begann, setzte nach meiner Ausweisung aus Paris Herr Karl Grün fort. Der hatte als Lehrer der deutschen Philosophie noch den Vorzug vor mir, daß er selbst nichts davon verstand. Kurz vor Erscheinen seines zweiten bedeutenden Werkes: Philosophie de la misere usw. kündigte mir Proudhon dieses selbst in einem sehr ausführlichen Brief an, worin unter anderen die Worte unterlaufen: J'attends votre ferule critique. Indes fiel diese bald in einer Weise auf ihn (in meiner Schrift Misere de la Philosophie), die unserer Freundschaft für immer ein Ende machte« Auch das Erstlingswerk wird jetzt scharf getadelt. »Sein erstes Werk Qu-est-ce que la propriete ? ist unbedingt sein bestes Werk. Es ist epochemachend, wenn nicht durch neuen Inhalt, so doch durch die neue und kecke Art, alles zu sagen . . . Proudhon verhält sich in jeder Schrift zu St. Simon und Fourier ungefähr wie sich Feuerbach zu Hegel verhält. Verglichen mit Hegel ist Feuerbach durchaus arm -. Dennoch war er epochemachend nach Hegel ... In einer streng wissenschaftlichen Geschichte der politischen Ökonomie wäre die Schrift kaum Page -96- erwähnenswert. . . . Das^ worum es sich für Proudhon eigentUch handelte, war das bestehende modernbürgerliche Eigentum. Auf die Frage, was dies sei, konnte nur geantwortet werden durch eine kritische Analyse der politischen Ökonomie, die das Ganze jener Eigentumsverhältnisse, nicht in ihrem juristischen Ausdruck als Willensverhältnisse, sondern in ihrer realen Gestalt, d. h. als Produktionsverhältnisse umfaßte. Indem Proudhon aber die Gesamtheit dieser ökonomischen Verhältnisse in die allgemeine juristische Vorstellung: das Eigentum, la propriete verflocht, konnte er auch nicht über die Antwort hinauskommen, die Brissot mit denselben Worten in einer ähnlichen Schrift schon vor 1789 gegeben: La Propriete c'est le vol.^«. Es ist Marx nicht gelungen, in dieser, wie er selbst sagt, rasch hingeworfenen Skizze einen objektiven Standpunkt über dem Zwiste von 47 einzunehmen. Die Tatsachen selbst sind nicht richtig angegeben und auch die Beurteilung steht im Gegensatz zu der in der Gegenschrift zum Ausdruck gebrachten Kritik. Es läßt sich dies leicht beweisen, wenn man von den Andeutungen ausgeht, die schon in der »Heiligen Familie« einen Abfall von Proudhon vorbereiten. Page -96- Hier heißt es folgendermaßen: »Wenn Proudhon die weiteren Gestaltungen des Privateigentums, z. B. Arbeitslohn, Handel, Wert, Preis, Geld usw. nicht, wie es z. B. in den deutsch-französischen Jahrbüchern geschehen ist (siehe die Umrisse zu einer Kritik der Nationalökonomie von Fr. Engels) selbst als Gestaltungen des Privateigentums faßt, sondern mit diesen nationalökonomischen Voraussetzungen die Nationalökonomie bestreitet, so entspricht dies ganz seinem oben gezeichneten, historisch gerechtfertigten Standpunkt«, d. h. der allmählichen Stufenfolge des wissenschaftlichen Fortschritts. Proudhon soll alles wünschenswerte geleistet haben »vom nationalökonomischen Standpunkte« 2, aber nicht wie zu ergänzen ist, vom geschichtsphilosophischen. Die Konsequenzen seiner Eigentumsbestimmungen gilt es radikal zu Ende zu führen. Es ist deshalb nur eine Fortsetzung des hier vorgebrachten kritischen Einwurfs, wenn Marx im »Elend« sagt: »In jeder historischen Epoche hat sich das Eigentum anders und unter ganz verschiedenen gesellschaftlichen Verhältnissen entwickelt. Das bürgerliche Eigentum definieren, heißt somit nichts anderes, als alle gesellschaftlichen Verhältnisse der bürgerlichen Produktion darstellen. Eine Definition des Eigentums als eines unabhängigen Verhältnisses, einer besonderen Kategorie, einer abstrakten Page -97- und ewigen Idee geben wollen, kann nichts anderes sein, als eine Illusion der Metaphysik oder der Jurisprudenz i«. Hier denkt Marx also gerade umgekehrt als im 2-Sozialdemokrat«. Während Proudhon in der obigen Skizze vorgeworfen wurde, er habe in den Eigentumsverhältnissen nur juristische Willensverhältnisse gesehen, soll er nach dem »Elend« die Identität des Eigentums mit den gesamten Lebensverhältnissen übersehen haben. Doch lassen sich diese widersprechenden Beurteilungen, eben weil sie einseitig sind, miteinander vereinen. Durch und zum Teil gegen Proudhon gewann Marx den Satz, daß die heutigen ökonomischen Kategorien zur obersten Voraussetzung das Privateigentum haben, mit dem sie daher fallen müssen. Aber, fügte er später hinzu, die ökonomische Analyse bleibt unter dieser Erkenntnis die wichtigste Aufgabe. Nach einer zweiten Richtung meldet sich bereits in der »Heiligen Familie« eine Kritik Proudhons. »Man braucht übrigens nur das von Proudhon selbst aufgestellte Gesetz, die Verwirklichung der Gerechtigkeit durch ihre Negation, konsequent durchzuführen, um auch dieses Absoluten in der Geschichte überhoben zu sein. Wenn Proudhon nicht bis zu dieser Konsequenz fortgeht, so verdankt er dies dem Unglück, als Franzose und nicht als Deutscher geboren zu sein 2«. Auch in der »Philosophie der Not« ist Proudhon noch ethischer Nationalökonom. »Der Gegenstand der ökonomischen Wissenschaft ist die Gerechtigkeit 3«. Und nahe hiermit zusammen hängt es, wenn Marx dem Gegner mit Recht vorwerfen darf: »Er entlehnt den Sozialisten die Illusion, in dem Elend nur das Elend zu erblicken, statt darin die revolutionäre, zerstörende Seite zu erblicken, welche die Gesellschaft umstürzen wird*«. Diese zwei Tatsachen, die ideologische Begründung und das Verkennen der historischen Aufgabe des Elends, machen die Behauptung von Marx, er habe Proudhon mit Hegelianismus »infiziert«, höchst unwahrscheinlich. Denn jene Polemik verdankte doch Marx gerade der objektiven Notwendigkeit des Hegeischen Historismus, also gerade dem, was Proudhon fehlte. Die »Infektion« hätte ihm also nur nützen und eine Annäherung herbeiführen können, während Marx ihren Schaden feststellt. Aber auch auf Marxens Seite kann nach dem vorigen Paragraphen als sicher angenommen werden, daß er im Jahre 44 von Hegel nichts mehr wissen Page -97- ^ Proudhon, Die Widersprüche der Nationalökonomie oder Die Philosophie der Not. Deutsch von Jordan 1847 II, S. 468. Page -98- täuschte — nur jene Synthese aus Hegel und Feuerbach gemeint haben, die er selbst in den deutsch-französischen Jahrbüchern, also kurz vor dem Beginn der Freundschaft darstellt. Eine Bestätigung eines solchen Verlaufs erhält man leicht durch eine Analyse des Proudhonschen Buches selbst. Es ist geradezu erstaunlich, wie sehr Proudhon unter dem Einflüsse Feuerbachs steht. »Dieser Gott, den Du, o Mensch, anbetest, den Du gut, gerecht, alhnächtig, allweise, unsterblich und heilig gemacht hast, dieser Gott bist Du selbst; dies Ideal von Vollkommenheiten ist Dein Bild, gereinigt im Flammenspiegel Deines Bewußtseins. Aber wie Marx in seinen Thesen (vergleiche die zitierte Stelle), so will auch Proudhon in fast gleichem Sinne über Feuerbach hinausgehen.« »Es genügt daher nicht, durch die Kritik der religiösen Ideen bewiesen zu haben, daß der Begriff des göttlichen Ichs hinaus kommt auf die Wahrnehmung des menschlichen Ichs; man mußte diese Herleitung noch durch eine Kritik der Menschheit selbst kontrollieren imd nachsehen, ob diese Menschheit den Bedingungen, die ihr scheinbares Gottsein voraussetzte, entspräche. Dies aber ist die Arbeit, die wir feierlich begonnen ^4. Es fehlt hier nur der charakteristische Zusatz von Marx, der die praktische Revolution ankündigt. Page -98- Schon durch den als notwendig erachteten Ausgangspunkt, von der »Gotteshypothese«, die »die Grundhypothese aller Philosophie 2« ist, erweist sich Proudhon als Ideologe. Noch deutlicher tritt dieser Standpunkt in der Handhabung der Dialektik hervor. Er steht hier ganz auf Page -98- ' Proudhon, a. a. O. I, S. 16, 446. Es entspricht Proudhons anarchistischem und ideologischem Standpunkt, daß er den Humanismus als vollkommensten Theismus verwirft (seine Polemik geht hier vor allem gegen Comtes Religionskultus) und Gott mitunter statt Ideal das "Gespenst« der Menschen nennt (1, S. 442, 439, 446 u. a.). Hierdurch nähert er sich Stirner. Vgl. auch das Urteil von Karl Grün: «Proudhon ist der französische Feuerbach, der praktische Feuerbach, der nicht nach dem Wesen des Christentums, sondern nach dem Wesen des Eigentums fragt.« (Die soziale Bewegung in Frankreich und Belgien S. 404.) Mit Recht hebt aber auch Diehl den Unterschied hervor: »Bei Feuerbach ist das Grundprinzip der Ethik der Glückseligkeitstrieb, bei Proudhon die Gerechtigkeit." Vgl. daselbst über das persönliche Verhältnis beider Denker (III, S. 179 ff.). Page -98- - Proudhon, a. a. O. I, S. 31. Aus Proudhon spricht ein fanatischer Haß gegen jede Religion, der in seiner Großzügigkeit an Goethes Prometheus erinnert (vgl. besonders I, S. 422—48). Bei Marx tritt dies deswegen nicht hervor, weil für ihn die Kritik der Religion überhaupt beendet ist. Diese Irreligiosität ist ein entscheidendes Merkmal der Wende vom Idealismus zum Realismus. Page -99- dem Boden der idealistischen Philosophie, Von der grundlegenden Antinomie, dem Gegensatz zwischen Nutz- und Tauschwert sagt er: »Somit erscheint der Widerspruch oder vielmehr der Gegenstreit (antagonisme) der Ideen als der Ausgangspunkt der ganzen ökonomischen Wissenschaft.« Es gilt, »nicht allein die Tatsachen zu beobachten, sondern auch die Erklärung derselben in den Ideen aufzusuchen.« »Die Logik, die Gesellschaft, d. h. immer die Vernunft, das ist hier auf Erden die Bestimmung unseres Geschlechtes, wenn man auf seine schöpferischen Fähigkeiten, seine Tätigkeit und seinen Geist sieht. Also ist die Menschheit durch ihre auf einander folgenden Äußerungen eine lebendige Logik ^«. Ganz mit Recht tadelt deshalb Marx an Proudhon: »Herr Proudhon stellt als echter Philosoph die Dinge auf den Kopf und sieht in den wirklichen Verhältnissen nur die Fleischwerdung jener Prinzipien, jener Kategorien, die, wie uns wiederum Herr Proudhon der Philosoph sagt, im Schöße der unpersönlichen Vernunft der Menschheit schlummerten''«. Page -99- 1 Proudhon, a. a. O. I, S. 133, 93, II S. 187. Nicht nur also deshalb, weil Proudhons Werk zu einer Zeit erscheint, wo Marx' materialistische Geschichtsphilosophie bereits fertig war, sondern auch wegen des bewußt ideologischen Standpunktes ist es ganz verkehrt, wenn Mühlberger zu ihrem Urlieber Proudhon macht. Vgl. auch sein Selbstzeugnis: «Meine wahren Lehrer, d. h. diejenigen, die in mir fruchtbare Ideen erweckt haben, sind drei: zuerst die Bibel, dann A. Smith und zuletzt Hegel" (zitiert bei Diehl, a. a. O. II, S. 283). Daß Proudhon gute Kenntnisse der deutschen Philosophie besessen haben muß, beweist die sehr lebendige Schilderung der Üntwicklung von Kant bis Hegel, a. a. O. II, S. 197 ff. Kant wird dort bezeichnet als «der vorsichtigste und feinste Philosoph, den es je gegeben^. Proudhons Standpunkt ist ökonomischer Idealismus im spekulativen Wortsinn, wie Hegels logischer Idealismus gemeint ist. Nur durch seinen ökonomischen Monismus ist er dem historischen Materialismus verwandt. Vgl. die Antwort, die Proudhon gab, als ihm Grün Feuerbachs Meinung mitteilte, die Anthropologie sei die Universal Wissenschaft, Auf Grüns Bemerkung: »Donc l'anthropologie c'est la metaphysique en action«, erwiderte Proudhon: »Et moi, je vais demontrer que l'^conomie politique est 1a metaphvsique en actiou' (Grün, a. a. O. S. 372). Page -100- Nur eine Seite der Proudhonschen Dialektik gehört noch in diesen Zusammenhang. Indem er unfähig ist, wie wir bereits feststellten, die proletarische Bewegung selbst als Inhalt der Dialektik zu fassen, muß er sein Zukunftsideal nicht auf die historische Notwendigkeit, sondern das Postulat der Gerechtigkeit gründen. Hierdurch verliert aber seine Methode den eigentlichen Charakter der Hegeischen Dialektik. Marx bezeichnet als einen Fortschritt im Verhältnis zu der Schrift über das Eigentum: »Er (Proudhon) versuchte zugleich das System der ökonomischen Kategorien dialektisch darzustellen. An die Stelle der unlösbaren Antinomien Kants sollte der Hegeische Widerspruch als Entwicklungsmittel treten^«. Diese Behauptung ist aber, wenn man Proudhons eigene Zeugnisse über seine Methode dagegen hält, geradezu falsch. »Antinomie«. sagt er, der gleichzeitige Verehrer Kants und Hegels, »wörtlich WiderGesetz, bezeichnet den Gegensatz im Prinzip, oder den Widerstreit im Verhältnis, wie der Widerspruch oder die Antilogie den Gegensatz oder die Gegenteiligkeit in der Rede bezeichnet. Die Antinomie ... ist der Begriff eines doppelseitigen Gesetzes, von dem die eine Seite positiv, die andere Seite negativ ist. Die Antinomie . . . drückt nur eine Tatsache aus und nötigt sich dem Geiste gebieterisch auf: Der Widerspruch im eigentlichen Sinne des Wortes ist ein Unsinn . . . der Widerspruch ist gleichbedeutend mit Nichtigkeit; die Antinomie aber, die man zuweilen mit demselben Namen bezeichnet, ist in der Tat die Vorläuferin der Wahrheit.« Sie selbst findet erst statt in der Synthesis. an der Proudhon trotz der Ableugnung des Widerspruchs festhält: »Diese Auflösung von zwei entgegengesetzten Gedanken in einer dritten höheren Ordnung ist das, was die Schule Synthese nennt. Sie allein gibt einen positiven und vollständigen Gedanken 2«. Er wird verwirklicht Page -100- ^ Proudhon, a. a. O. I, S. 89 f., 109. Proudhons Verfahren besteht also darin, die guten und schlechten Seiten eines Gegenstandes zu betonen, um dann das >'Gleichgewicht« der Synthese zu postulieren. Während in der ersten Schrift das Eigentum schlechthin verworfen wird (vgl. Diehl, Proudhon I, Iff.), wird später entgegen der von Marx behaupteten Entwicklung das Eigentum sowohl als gerecht als auch ungerecht behauptet (vgl. a. a. O. II, S. 186 ff., besonders S. 214f.), Von diesem Schema der Thesis und Antithesis sagt Proudhon: »Dieser Mechanismus ist gegenwärtig so bekannt, daß man ihn, wie ich hoffe, nächstens im Programm der Elementarschulen wird figurieren sehen Page -101- in dem »konstituierten Wert«, der die oberste Bedingung der Gerechtigkeit ist. Deshalb verlangt Proudhon einen staatlosen Gesellschaftszustand, einen »Mutualismus«, in dem die Unentgeltlichkeit des Kredits jedem die Möglichkeit gewährt, Kapitalist zu werden und so die Freiheit und Gleichheit zu verwirklichen ^ An dieser ethischen Begründung setzt die Kritik von Marx am schroffsten ein. Für ihn mußte der Satz Proudhons: »Die Ästhetik und über der Ästhetik die Moral, das ist der Schlußstein des ökonomischen Gebäudes 2« geradezu unerträglich sein. Zweierlei setzt er an seiner Wertbestimmung aus, erstens, daß sie sachlich falsch sei, und zweitens, daß die moralische Konsequenz der Gleichheit aus Ricardo nichts Neues sei. Wir lassen zunächst unbestimmt, mit welchem Rechte beide Vorwürfe gemacht werden (vgl. Kap. XX.)-, ein Plagiat hat Proudhon sicherlich nicht begangen. Marx konstatiert: »Es ergibt sich also schließlich: die Bestimmung des Wertes durch die Arbeitszeit, d. h. die Formel, welche Proudhon uns als diejenige hinstellt, welche die Zukunft regenerieren soll, ist nur der wissenschaftliche Ausdruck der ökonomischen Verhältnisse der gegenwärtigen Gesellschaft, wie Ricardo lange vor Herrn Proudhon klar und deutlich bewiesen hat. Gebührt aber wenigstens die egalitäre Anwendung dieser Formel Herrn Proudhon? Ist er der erste, der sich eingebildet hat, die Gesellschaft Page -101- ^ Vgl. Proudhon, a. a. O. II, S. 484 ff. Dieser Moralismus scheidet Proudhon weit von dem sonst verwandten Ich-Philosophen Stirner. Ein gewisser Widerspruch kommt dadurch in sein System, daß ihm sein Ideal doch wieder als logische Notwendigkeit gilt. Er tadelt den Pessimismus der Ökonomen, die nicht begreifen wollen, ''daß eben deswegen, weil die Gesellschaft die höchste Periode des Widerstreits erreicht hat, die Versöhnung und Harmonie nahe bevorstehe« (I, S. 91). Auch für Proudhon garantiert wie für Hegel die logische Stufenfolge der Geschichte den immanenten Fortschritt, der auch die Verwirklichung der Gerechtigkeit sichert; so läßt sich in etwas der Widerspruch zwischen Logik und Ethik versöhnen. Demgemäß formuliert Proudhon in seinem späteren Hauptwerk, der »Justice« so: 'Das System der Gesetze der Gerechtigkeit ist dasselbe wie das System der Gesetze der Welt« (zitiert bei Mülberger, Proudhon, S. 190). Freilich gerät Proudhon durch die Behauptung einer solchen Immanenz in Konflikt mit seinem leidenschaftlichen Atheismus, während Hegel das Vernunftprinzip mit der Gottheit identifiziert hatte. Wie sich Marx hierzu verhält, davon später (Kap. XV u. XX). Page -101- 2 Proudhon, a. a. O. II, S. 440. Page -102- dadurch zu reformieren, daß er alle Menschen in unmittelbare gleiche Arbeitsmengen austauschende Arbeiter verwandelt? . . . Wer nur ein wenig mit der Entwicklung der politischen Ökonomie in England vertraut ist, dem ist nicht unbekannt, daß fast alle Sozialisten dieses Landes zu den verschiedensten Zeiten die egalitäre Anwendung der Ricardoschen Theorie vorgeschlagen haben. Wir könnten Herrn Proudhon zitieren: die politische Ökonomie von Hodgskin'(1822)5 William Thompson: An inquir)'^ into the principles of the destribution of wealth, most conducive to human hapiness (1824) . . ., etc. etc. und noch vier Seiten Etceteras. Wir beschränken uns darauf, einen englischen Kommunisten sprechen zu lassen, Herrn Bray^«. Page -102- So steht Marx in dieser Schrift ganz auf dem Boden Ricardos und knüpft an den ihm wohlvertrauten englischen Sozialismus an 2. Die Rollen haben sich vertauscht. Der Schüler, der mit großer Wahrscheinlichkeit zuerst von Proudhon den Anstoß zu seiner eigenen Mehrwertlehre erhielt, wendet sich nun, schrittweise auf die ursprünglichen Quellen der klassischen Ökonomie zurückkehrend, gegen den ehemaligen Meister. Page -102- Mit dem Abfall von Feuerbach und Proudhon ist die letzte ideelle Motivation zum System des Marxismus aufgezeigt. Page -109- * Vs;]. den Brief, den Marx im Jahre 1848 an den Russen Anienkow schrieb: Früher noch als er (Proudhon) habe ich mir viele Feinde erworben durch meine Spöttereien über den gefühlvollen utopischen Hammelsozialismus« (Neue Zeit I, S. 240). Page -122- Denkens und der Dialektik die der Gesetze zuzuweisen: indessen sind diese Begriffe nicht scharf durchgedacht, sie gehen vielmehr ineinander über. In logischen Untersuchungen haben Marx und Engels wenig geleistet- es handelt sich zumeist um Bestimmungen, die aus den materialistischen Voraussetzungen abfließen. Bereits in der »Heihgen Familie« hatte Marx das Geheimnis der Spekulation dahin erkannt, daß man aus den einzelnen Gegenständen abstrakte Begriffe bildet und sie alsdann zu selbständigen Realitäten hj'postasiert. (Vgl. S. 69). Den gleichen Fehler warf Marx Proudhon vor. »Ist es zum Verv\''undern, daß in letzter Abstraktion, denn es handelt sich um Abstraktion, nicht um Analyse, jedes Ding sich als logische Kategorie darstellt? Ist es zimi Verwundern, daß, wenn man nach und nach alles fallen läßt, was die Individualität eines Hauses ausmacht, . . . man zum Schlüsse nichts mehr übrig hat, als die Quantität an sich, die logische Kategorie der Quantität? Wenn wir solchermassen konsequent abstrahieren, von jedem Subjekt, von allen seinen belebten und unbelebten angeblichen Akzidentien. Menschen oder Dingen, so haben wir ein Recht zu sagen, daß man in letzter Abstraktion nur noch die logischen Kategorien als Substanz übrig behält.« »Er (Proudhon) teilt die Illusionen der spekulativen Philosophie, indem er die ökonomischen Kategorien statt als theoretische Ausdrücke historischer einer bestimmten Entwicklungsstufe der materiellen Produktion entsprechender Produktionsverhältnisse zu begreifen, sie in präexistierende ewige Ideen veriaselt«. »Die ökonomischen Kategorien sind nur die theoretischen Ausdrücke, die Abstraktionen der gesellschaftlichen Produktionsverhältnisse'«. Ähnlich erklärt Engels die Umkehrung für das Wesen der Abstraktion^ und polemisiert gegen Dührings Methode: »Es ist das nur eine andere Wendung der alten beliebten ideologischen, sonst auch aprioristisch genannten Methode, die Eigenschaften eines Gegenstandes nicht aus dem Gegenstand selbst zu erkennen, sondern sie aus dem Begriff des Gegenstandes beweisend abzuleiten. Erst macht man sich aus dem Gegenstande den Begriff des Gegenstandes; dann dreht man den Spieß um und mißt den Gegenstand an seinem Abbild, dem Begrifft«. Wenn »die Einwirkungen der Außenwelt auf den Menschen sich in seinem Kopfe ausdrücken, als Gefühle, Gedanken, Triebe, Willensbestimmungen darin abspiegeln*«, so ergibt sich, daß wir nur durch Weglassen der in Wirklichkeit bestehen Page -132- ^ Proudhon war in dieser Hinsicht konsequenter, indem er. der bloßen Deduktion der Metaphysik müde, doch dem empirischen Inhalt die — dialektische — Vernunft ebenbürtig gegenüberstellt: »Weil das Sein nur in zwei unlösbar verbundenen Momenten sich selbst enthüllt, von denen wir das erste Bewußtsein des Ichs und das zweite Enthüllung des Nichtichs nennen; weil jeder in der Erkenntnis weiter getane Schritt stets diese beiden vereinigten Page -134- vgl. mit diesem merkwürdigen Satz Hegel: "Ohnehin über Recht, Sittlichkeit, Staat ist die Wahrheit ebenso sehr alt als in den öffentlichen Gesetzen, der öffentlichen Moral und Religion offen dargelegt und bekannt. Was bedarf diese Wahrheit weiter . . als sie auch zu begreifen«^ (\"orwort zur Rechtsph.). Ganz falsch ist es aber, wenn man aus der Parallelität, die Denken und Sein infolge ihrer gleichen Beschaffenheit verbindet, etwas wie eine Spontaneität der menschlichen Psyche macht; so Max Adler in dem oben angeführten Aufsatze: '-Indem Marx weiter erkannt hat, daß diese Realität des Seins im Denken nicht einfach sich wie in einer plastischen Masse abdrückt, sondern nur in einer Aktion des Bewußtseins, nach eigenen dialektischen Gesetzen im Menschenkopf ins Ideelle umgesetzt wird, wodurch erst wissenschaftliche Erfahrung zustande kommt, hat er das geistige Bindeglied geschaffen, welches von seinem zu dem transcendentalen Standpunkt führte (a. a. O. S. 320). Solche Unrichtigkeiten erwachsen dem Bestreben, Marx zu einem Kantianer zu machen. Der gleiche Gedanke findet sich übrigens bei Proudhon. »Die Wahrheit bleibt in der Bewegung der Zivilisation stets identisch, immer alt, immer neu: die Religion, die Wissenschaft, die Philosophie übersetzen einander nur^ (a. a. O. II, S. 486). Page -150- Die nach der eigenen Aussage der Autoren 1845 fertig gestellte Lehre hat Marx zuerst gegen Proudhon verwandt; hier polemisiert er gegen ihn: j-Fragt man sich endlich, um Prinzipien wie Geschichte zu retten,: Warum dieses Prinzip sich gerade im 11. und 18. Jahrhundert und nicht in irgendeinem anderen offenbart hat, so sieht man sich notwendigerweise gezwungen, im einzelnen zu untersuchen, welches die Menschen des 11. und 18. Jahrhunderts waren, welche ihre jedesmaligen Bedürfnisse, ihre Produktivkräfte, ihre Produktionsweise, die Rohstoffe ihrer Produktion, welches endlich die Beziehungen von Mensch zu Mensch waren, die aus allen diesen Existenzbedingungen hervorgingen. Alle diese Fragen ergründen, heißt das nicht, die wirkliche, profane Geschichte der Menschen eines jeden Jahrhunderts erforschen, diese Menschen darstellen, wie sie in einem Verfasser und Schausteller ihres eigenen Dramas waren?2« Während das kommunistische Manifest entsprechend seiner Aufgabe als Programm des Kommunistenbundes fast ausschließlich Anwendungen der Geschichtsauffassung auf die heutigen Verhältnisse enthält, bringt Marx' nächste Schrift, die nach langem Schweigen (s. S. 90 f.) veröffentlichte Kritik der politischen Ökonomie aus dem Jahre 1859 im Vorwort die wohl als klassisch geltenden Worte: »In der gesellschaftlichen Page -156- fassen, die hinter der Erscheinung steht? In Kapitel VII hörten wir, daß die Untersuchung sich immer auf das Typische, d. h. das begriffhch Allgemeine zu erstrecken habe; das hiervon abweichende fällt wie bei Hegel ein vom Substantiellen Verschiedenes überhaupt aus. Dieser übrigens nur von Marx, nicht von Engels ausgesprochene Gedanke rückt seine Beziehungen zu Hegel ins hellste Licht; eben dadurch, daß beider Blickpunkt immer nur auf die allgemeinsten Bedingungen einer Epoche gerichtet ist, ermöglichen sie es sich, ganze Jahrhunderte durch ein Schlagwort zu charakterisieren und alsdann aus dem Begriff des Alten das Neue analytisch abzuleiten. Hierdurch kam es, daß Marx die Theorie der Abstraktion, die er in der Polemik gegen Hegel und Proudhon gewonnen hatte, alsbald vergaß und bei der Neubelebung der dialektischen Methode an Stelle einer kontinuierlichen Bewegung Kapitalismus und Sozialismus als gesonderte Wesen gegeneinander ausspielte; so kommt in das System, das nur Bewegung und Bewegtes anerkennen will, ein starrer Dogmatismus, der, wie später zu zeigen sein wird, auf einen Begriffsrealismus zurückgeht. Soweit ist also die innere Bewegung dahin zu bestimmen: sie ist nur als eine begriffliche zu gewinnen. Aber damit begnügt sich Marx nicht. Die Methode der politischen Ökonomie muß einen obersten Begriff haben, unter dem alles Mannigfache der Erscheinungen überhaupt subsumiert werden kann. Dieser Begriff ist — wie die obigen Bestimmungen des Menschen als eines ausschließlichen Cäov ToXixtxov erwarten lassen — der der Gesellschaft oder, wie Marx hierfür auch sagt, der der Bevölkerung. Dieser Begriff ist seinem Wesen nach konkret, weil er Einheit des Mannigfaltigen ist; die wissenschaftliche Methode ist demnach, von dem Abstrakten zu ihm aufzusteigen. Dieser echt Hegeische Gedanke ist von Marx in dem schon erwähnten Aufsatz aus dem Jahre 57 »Einleitung zur Kritik der politischen Ökonomie« ausgesprochen worden; die im Verhältnis zu den früheren Werken gänzlich unvermittelte Annahme einer der wichtigsten Be- Page -160- Die von Ricardo ausgebildete und von allen Zeitgenossen Marx', besonders von Proudhon und Rodbertus geteilte Werttheorie beruhte auf einer radikalen Trennung von Gebrauchs- und Tauschwert; die Nutzbarkeit eines Dinges soll nicht der Maßstab des Tauschwertes sein. Mehr und mehr beginnen Ricardos Nachfolger diese Beziehung zwischen beiden Werten als eine feindliche, antinomische zu deuten2. So scheidet auch Page -160- ^ Vgl. Ricardo, Grundsätze der Volkswirtschaft und Besteuerung. Sammlung sozialwissenschaftlicher Meister, herausg. von Waentig, 1905, S. 9 ff.; Proudhon, a. a. O. I, S. 77 f. Proudhon sieht in dieser Antinomie ein tiefes Geheimnis; «Es gibt für den dem Wertbegnff inhaftenden Widerspruch keine darlegbare Ursache noch eine mögliche Erklärung. Die Tatsache, von der ich rede, ist eine von denen, welche man ursprüngliche Tatsachen nennt* (S. 78). Page -196- Die Allgemeinheit der Willensakte erlangt Marx durch die vorausgesetzte Gleichheit der Menschen ^. Gegen ihre Konstanz hat er dagegen zwei Stellen geschrieben, die in den Rahmen seines Systems nicht passen. Ausdrücklich wirft er Proudhon vor: »Herr Proudhon weiß nicht, daß die ganze Geschichte nur eine fortgesetzte Umwandlung der menschlichen Natur ist«^. Noch im Kapital sagt er, allerdings viel allgemeiner: j Indem er (der Mensch) durch diese Bewegung auf die Natur außer ihm wirkt und sie verändert, verändert er zugleich eine eigene Natur«. Daß eine ununterbrochene Veränderung der Psyche nicht seine wahre Meinung ist und sein darf, hat Marx im Gegensatz zu diesen Äußerungen klar bekundet.« »Auf den Menschen angewendet«, heißt es an anderer Stelle, >wenn man alle menschliche Tat, Bewegung, Verhältnisse usw. nach dem Nützlichkeitsprinzip beurteilen will, handelt es sich erst um die menschliche Natur im allgemeinen und dann um die in jeder Epoche historisch modifizierte Menschennatur« *. Was mit diesen dunklen Bestimmungen gemeint ist, kann erst deutlich werden, wenn wir den Geschichtsverlauf selbst betrachten. Nur soviel ist hier zu merken, daß Marx in der Tat für die spezielle Gesetzmäßigkeit einer bestimmten Epoche neben der allgemeinen eine besondere Natur des Menschen anerkennt. Sie ist als konstanter Faktor eine notwendige Voraussetzung. Page -229- Die dialektische Formbestimmtheit der Antithesis ist nun noch deutlicher als die Thesis in zwei verschiedenen Ausprägungen vorhanden. Man hat Hegel häufig vorgeworfen, daß er ohne weiteres Widerspruch und Gegensatz miteinander vertauscht und identifiziert^. Bei dem mehr realistischen Standpunkt der Epigonen konnte es nicht ausbleiben, daß die Methode des Meisters ihren einheitlichen Charakter ganz verlor. Wir sahen in Kapitel III und IV, wie Marx zuerst die Gegensatz-, Engels zuerst die Widerspruchsentwicklung konzipiert. Dieser Dualismus ist stets geblieben. Die Gegensatztheorie, aus der, wie später ausführlicher zu zeigen sein wird, die Verelendungstheorie herauswuchs, ist in ihrer allgemeinen Fassung besonders im »Elend« vorherrschend, weil Marx gerade hier die historische Rolle des Proletariats gegenüber Proudhon Page -238- Die Doppelstellung des Bewußtseins führt demnach zu der dialektischen Reihe: Bewußtsein — Sein — Bewußtsein. Die Produktionsverhältnisse machen den Menschen, der Mensch aber die Produktionsverhältnisse. Von Anbeginn seiner wissenschaftlichen Selbständigkeit kennt Marx diese anscheinende Diallele, aber ebenso früh ihre Lösung. Denn er war es doch gerade, der im Proletariat die selbsttätige Entwicklungsrolle entdeckte, die der französische Sozialismus nicht fand. Schon in der Heiligen Familie sagt er daher: »Wenn der Mensch von den Umständen gebildet wird, so muß man die Umstände menschlich bilden« ^ :»Herr Proudhon, der Ökonom, hat ganz gut begriffen, daß die Menschen Tuch, Leinwand, Seidenstoffe unter bestimmten Produktionsverhältnissen anfertigen. Aber was er nicht begriffen hat, ist, daß diese bestimmten sozialen Verhältnisse ebensogut Produkte der Menschen sind wie Tuch, Leinen usw.« ^. »Die materialistische Lehre, daß die Menschen Produkte der Umstände und der Erziehung, veränderte Menschen also Produkte anderer Umstände und geänderter Erziehung sind, vergißt, daß die Umstände eben von den Menschen verändert werden, imd daß der Erzieher selbst erzogen werden muß .... Das Zusammenfallen des Ändems der Umstände und der menschlichen Tätigkeit kann nur als umwälzende Praxis gefaßt und rationell verstanden werden« ^. Mit Recht Page -248- * Marx, Kapital I, S- 78. Vgl. hierzu Proudhon: 'Überall, wo die Arbeit nicht vergesellschaftet ist, d. h. überall, wo der Wert sich nicht synthetisch bestimmt hat, da ist der Austausch mit Störungen und Unredlichkeiten behaftet, da wird ein Krieg der Listen und Hinterhalte geführt, die Produktion, die Zirkulation und der Verbrauch behindert usw.« (a. a. 0. I, S. 131). Der Unterschied liegt nur in der Art, wie die künftige Vergesellschaftung der Arbeit gedacht ist; vgl. hierüber Kapitel XV. Page -249- ■^ So heißt es in der Schrift von 59: »Es ist ein lächerliches Vorurteil, in r.ouester Zeit verbreitet, daß die Form des naturwüchsigen Gemeineigentums spezifisch slawisch oder gar ausschließlich russische Form, sie ist die Urform, die wir bei Römern, Germanen, Kelten nachweisen können«. Daselbst behauptet Marx: »die gemeinschaftliche Arbeit in ihrer naturwüchsigen Form» zu finden »an der Schwelle der Geschichte aller Kulturvölker« (a. a. O. S. 9). Auch in dieser historischen Dialektik hat Marx in Proudhon einen unmittelbaren Vorgänger. Denn er bezeichnet auf Grund seiner dialektischen Logik seine mutualistische Idee als "das Resultat eines sechstausendjährigen Nachdenkens über folgenden Grundsatz: A — A... Alle diese Dinge werden geschehen .... durch die Rückkehr der Gesellschaft zu einer unvordenklichen Praxis, welche augenblicklich und mit Grund aufgegeben war. Die Menschheit wendet sich in ihrem schwankenden Gange unaufhörlich zu sich selbst, ihre Fortschritte sind nur die Verjüngung ihrer Tradition« (a. a. O. II, S. 485f.). ^ Engels, Ursprung S. 109. Page -256- ^ Engels, a. a. O. S. 305 f.; ein unmittelbarer Vorgänger dieser praktischen Wendung der idealistischen Lösung ist Proudhon. »Was der Notwendigkeit ■widerstreitet'S sagt er, ^ist nicht die Freiheit, deren Bestimmung es vielmehr ist, in einer gewissen Sphäre die Vollziehung der Notwendigkeit zu besorgen, sondern die Unordnung, alles, was die Vollziehung des Gesetzes hemmt». Er will bewiesen haben, »daß die Freiheit ebenso wie die Vernunft, die ihr im Menschen als Leuchte dient, desto größer und vollkommener ist, je besser sie sich in Einklang setzt mit der Naturordnung, welche die Notwendigkeit ist« (a. a. O. I, S. 437). Unrichtigei weise als »Inkonsequenz« wird das obige Wort von Engels von Diehl bezeichnet (Über Sozialismus, Kommunismus und Anarchismus, 1906, S. 224 f.). Page -265- Mit diesen Bestimmungen bewegt sich Marx ganz auf dem Boden der überlieferten nationalökonomischen Theorie. Schon den Physiokraten war die Theorie vom natürlichen Arbeitslohn geläufig, und es ist nur eine Entwicklungsreihe, die von ihnen über Smith und vor allem Ricardo zu den Sozialisten führt. Ricardo lehrt: »Der natürliche Preis der Arbeit ist derjenige bei dem die Arbeiter einer wie der andere existieren und ihr Geschlecht fortpflanzen können, ohne sich zu vermehren oder zu vermindern«. »Das ist jedoch nicht so zu verstehen, daß der natürliche Preis der Arbeit . . . absolut fest imd unveränderlich sei. Er wechselt in ein und demselben Lande zu verschiedenen Zeiten und zeigt in verschiedenen Ländern sehr beträchtliche Unterschiede. Im Wesentlichen hängt er von den Gewohnheiten und Gebräuchen des Volkes ab« ^. Aus diesem Naturgesetz der Arbeit folgert Lassalle sein ehernes Lohngesetz und in gleichem Sinne kennt Rodbertus »das grausame Gesetz eines sich selbst überlassenen Verkehrs, das Gesetz, daß der relative Lohn der Arbeit in dem Verhältnis sinkt, als sie selbst produktiver wird«^. Die sozialistische Konsequenz, daß der Gewinn des Kapitalisten Aneignung des Mehrprodukts, mithin notwendig Ausbeutung sei, fand Marx bei den englischen Sozialisten vor. Sie haben, wie Marx gegen Proudhon polemisierend feststellt (vgl. Kap. IV § 3), vor Proudhon die egalitäre Anwendung der Werttheorie unter Ausschaltung des natürlichen Arbeitslohnes zuerst gefordert. Marx nennt dort Hodgskin, Thompson, Edmonds, Bray. Insbesondere auf Thompson als das unmittelbare Vorbild der Page -266- Aber schon vor Marx ist der Zirkel erkannt, in den man hineingerät, wenn man die Ware Arbeit selbst wieder durch Arbeit bestimmt sein läßt. Proudhon sagt hierüber: »Say und die Ökonomen, die ihm folgten, haben bemerkt, da die Arbeit selbst der Schätzung unterworfen und eine Ware wie jede andere sei, liege ein fehlerhafter Kreis darin,, sie als Prinzip und wirkende Ursache des Wertes anzunehmen. Man muß also, lautet die Folgerung daraus, sich wieder an die Seltenheit und an die Meinung halten« (d. h. an das Gesetz von Angebot und Nachfrage). Aber Proudhon liegt jeder Gedanke an eine Theorie des Existenzminimum so fern, daß er in der Erkenntnis dieses Zirkels nur eine Unaufmerksamkeit sieht. Er fährt fort: »Diese Ökonomen myogen uns zu sagen gestatten, daß sie hierin eine erstaunliche Unaufmerksamkeit bewiesen haben. Von der Arbeit heißt es, sie habe Wert, nicht als wenn sie selbst eine Ware wäre, sondern in Aussicht auf die Werte, die man als möglich in ihr enthalten annimmt. Der Wert der Arbeit ist ein bildlicher Ausdruck, ein Vorwegnehmen der Ursache für die Wirkung, eine Fiktion mit demselben Recht wie die Produktivität des Kapitals . . . Die Arbeit ist wie die Freiheit, die Liebe, der Ehrgeiz, das Genie, etwas seiner Natur nach Vages, Unbestimmtes, wird aber durch ihren Gegenstand qualitativ definiert« ^. Deshalb glaubt nun Marx Proudhon tadeln zu müssen: ;>Wenn Herr Proudhon den Wert der Waren durcii die Arbeit mißt, so überkommt ihn ein unbestimm-tes Gefühl, daß es unmöglich ist, die Arbeit, soweit sie einen Werc hat, die Ware Arbeit, Page -266- 2 Marx, Elend S. 36. ^ Proudhon, a. a. 0. I, S. 105. Page -267- nicht auch diesem selben Maßstab zu imterwerfen. Er ahnt, daß er damit das Lohnminimum zum natürlichen und normalen Preis der unmittelbaren Arbeit stempelt, daß er also den gegenwärtigen Zustand akzeptiert. Und so, um sich dieser fatalen Konsequenz zu entziehen, machte er kehrt und behauptet, daß die Arbeit keine Ware ist, daß sie keinen Wert haben kann« ^ Im 5Kapital« hat nun aber Marx nichts anderes getan, als den gerügten Gedanken zu Ende geführt. Was Proudhon als bildlichen Ausdruck zugelassen haben wollte, erklärt er für falsch; genau in den Worten, mit denen er Proudhon den Vorwurf der Ausflucht gemacht hat, erklärt er nun, die Arbeit sei nur der Maßstab des Wertes, habe aber nicht selbst Wert. Nur zieht Marx freilich die umgekehrte Konsequenz. Während Proudhon — insofern ist der Tadel auch persönlich ungerecht — von dem natürlichen Preis der Arbeit nichts wissen will, ist diese Theorie für Marx der dogmatische Ausgangspunkt-, er formuliert hier wörtlich wie Ricardo (Elend S. 24). Um also die Wertbestimmung des Arbeitslohnes durch Arbeit zu retten, mußte Marx auf ein von ihr Verschiedenes^ die Arbeitskraft zurückgehen. Der Schritt war, um in der Konsequenz des Gedankens zu bleiben, notwendig. Engels hat in der Vorrede zur 2. Auflage von Marx' Aufsatz »Lohnarbeit und Kapital« das hier W^esentliche ausführlich auseinandergesetzt. s>Die klassische Ökonomie fand nun, daß der Wert einer Ware bestimmt werde durch die in ihr steckende zu ihrer Produktion erheischte Arbeit. . . Sobald aber die Ökonomen diese Wertbestimmung durch die Arbeit anwandten auf die Ware ,Arbeit', gerieten sie aus einem Widerspruch in den anderen. . . Wenn die Arbeit das Maß aller Werte ist, so können wir den ,Wert der Arbeit' eben nur ausdrücken in Arbeit. Wir wissen aber absolut nichts über den Wert einer Stunde Arbeit, wenn wir nur wissen, daß er gleich einer Stunde Arbeit ist. Damit sind wir also kein Haar breit näher am Ziel; wir drehen uns in einem fort im Kreise. Die klassische Ökonomie versuchte es also mit einer anderen Wendung; sie sagte: der Wert einer Ware ist gleich ihren Produktionskosten. Aber was sind die Produktionskosten der Arbeit ? Um diese Frage zu beantworten, müssen die Ökonomen der Logik ein bißchen Gewalt antun. Statt der Produktionskosten der Arbeit selbst, die leider nicht zu ermitteln sind, untersuchen sie nun, was die Produktionskosten des Arbeiters sind. . . .Auf Grimdlage dieser Produktionsweise bestehen die Produktionskosten des Arbeiters in derjenigen Summe von Lebensmitteln — oder deren Geldpreis —, die durchschnittlich nötig sind, ihn arbeitsfähig zu machen, arbeitsfähig zu erhalten, und Page -301- ^ Marx, Kapital I, S. 324—26, 330. Vgl. über die schädlichen Folgen der Arbeitsteilung die Kap. I, S. 18 zitierten Worte Hegels, die gleichfalls die zunehmende Abhängigkeit vom Ganzen betonen; ferner Proudhon (a. a. O. I, S. 135 f.). «Indem", sagt Engels, «die Arbeit geteilt wird, wjrd auch der Mensch geteilt». (Antidühring S. 314j. Page -309- - Marx, Kapital I, S. 284. Marx gibt damit eine ganz einfache Antwort auf eine von Proudhon als »tiefes Geheimnis« aufgeworfene Frage. Ich fordere jeden Ökonomen, der es ernst meint, auf, uns zu sagen, aber nicht etwa bloß die Frage in andere Worte zu übersetzen oder zu wiederholen, was die Ursache ist, daß der Wert in dem Maße abnimmt als die Produktion zunimmt; und umgekehrt, daß dieser Wert wächst, in dem Maße als die Produktion geringer wird- (a. a. O. I, S. 83). « Marx, Kapital I, S. 372. Page -310- - Marx, Kapital I, S. 358 f., 372 f. Über die pessimistische Beurteilung des Maschinenwesens vgl. ähnlich schon Ricardo, der wie Marx hier unter dem Einfluß des Malthusschen Bevölkerungsgesetzes steht: »Alles, was ich hier beweisen möchte, läuft darauf hinaus, daß die Erfindung und der Gebrauch von Maschinen mit einer Verminderung des Rohertrages verbunden sein kann; und so oft dies der Fall ist, wird es den arbeitenden Klassen zum Schaden gereichen, da ein gewisser Teil derselben aus seiner Tätigkeit gebracht und die Bevölkerung im Vergleich mit den zu ihrer Beschäftigung bestimmten Mitteln überzählig werden wird« (Riccardo, a. a. O. S. 402). Proudhon macht aus dum, was Marx das ökonomische Paradoxon nennt, eine Antinomie: »Die Maschine ist das Sj'mbol der menschlichen Freiheit, das Wappen unserer Herrschaft über die Natur" usw. Dagegen: »Der zerstörende Einfluß der Maschinen auf die gesellschaftliche Ökonomie und die Lage der Arbeiter wirkt auf tausenderlei Arten, die alle miteinander verkettet sind und sich wechselwirkend erzeugen; Aufhören der Arbeit, Verringerung des Lohnes, Überproduktion, Überschwemmung des Marktes, Verschlechterung und Verfälschung der Produkte, Eine weitere Folge des Maschinenwesens ist die Vollendung der Verkrüppelung des Arbeiters. »Aus der lebenslangen Spezialität (der Manufakturperiode), ein Teilwerkzeug zu führen, wird die lebenslange Spezialität, einer Teilmaschine zu dienen. Die Maschinerie wird mißbraucht, um den Arbeiter selbst von Kindesbeinen in den Teil einer Teilmaschine zu verwandeln. Nicht nur werden so die zu seiner eigenen Reproduktion nötigen Kosten bedeutend vermindert, sondern zugleich seine hülflose Abhängigkeit vom Fabrikganzen, also vom Kapitalisten vollendet«. Aber die revolutionäre Tendenz des Kapitalismus zwingt selbst dazu, die verknöchernde Einseitigkeit des Arbeiters aufzuheben. So erzeugt dieselbe Tatsache widerstreitende Tendenzen, deren Widerspruch sich in der Synthese lösen muß. Page -311- Bankerotte, Erniedrigung der Arbeiter, Ausartung der Geschlechter und zuletzt Krankheiten und Tod« (Proudhon, a. a. O. I, S. 180, 197). Page -312- ^ Marx, Kapital I, S. 387, 452 f. Über die Arbeitsteilung in der Manufakturperiode und ihre Beurteilung vor Marx s. oben S. 284 f. Auch hier bildet Proudhon eine Antinomie: 'Folgendes ist die Formel dieses neuen widerstreitigen Gesetzes, welchem wir die beiden ältesten Krankheiten der Zivilisation verdanken, die Aristokratie und das Proletariat. Indem sich die Arbeit teilt nach dem ihr eigentümlichen Gesetze, welches die erste Bedingung ihrer Fruchtbarkeit ist, gelangt sie zur Negation ihrer Grenzen und zerstört sich selbst. Mit anderen Worten: Die Teilung der Arbeit, ohne welche kein Fortschritt, kein Reichtum, keine Gleichheit möglich ist, bringt den Arbeiter in eine untergeordnete Stellung und macht die Einsicht unnütz, den Reichtum schädlich, die Gleichheit unmöglich« (a. a. 0, I, S. 137). Es ist charakteristisch für die Verschiedenheit der beiden Denker, daß Marx, wo Proudhon nur die Antinomie sieht, eine sie aufhebende historisch notwendige Bewegung erkennt. Page -327- Das dritte Buch betrachtet auf Grund aller der methodologischen Voraussetzungen, die wir oben entwickelt haben, die erscheinende Wirklichkeit der Ökonomie; wie der Ausgangspunkt des ersten Bandes die Werttheorie, so steht im Mittelpunkt des dritten die Theorie der Preisbildung. Schon im »Elend« hat Marx ausdrücklich formuliert, daß nach dem Wesen der kapitalistischen Produktionsweise die Wertbestimmung durch Arbeit wichtige Modifikationen erleidet. Auch hier ist die Stellungnahme zu Proudhon entscheidend gewesen- auch hier wie in dem Kapitel XIII, § 1 berührten Problem, ob die Arbeit Wert hat, eine Ablehnung und zugleich eine Annahme der von dem Gegner aufgestellten Meinungen. Nach Proudhon ist der Charakter der Gegenwart die allgemeine Unordnung, die das Schwanken der Preise notwendig zur Folge haben muß. »Das Steigen und Fallen der W^aren ist unabhängig von der auf ihre Erzeugung aufgewandten Summe von Arbeitskraft und der höhere oder geringere Belauf der Herstellungskosten hilft uns gar nichts bei der Erklärung der Schwankungen der Marktpreise. Der Wert ist launenhaft wie die Freiheit: weder auf Nützlichkeit noch auf Arbeit nimmt er Rücksicht«. »Allein mit der Freiheit bleibt die Produktion notwendig unbestimmt, sowohl was Quantität, als was Qualität betrifft, so daß sowohl vom Gesichtspunkt des ökonomischen Fortschritts als inbezug auf die Angemessenheit für die Konsumenten die Schätzung ewig eine willkürliche bleibt und der Preis der Waren stets schwanken muß« ^ Page -327- Marx' Polemik geht nun zwei sich seltsam widersprechende Wege. Einmal soll Proudhon verkannt haben, daß der Arbeitswert Grundlage der heutigen Gesellschaftsordnung ist: »Ricardos Theorie der Werte ist die wissenschaftliche Darlegung des gegenwärtigen ökonomischen Lebens, die Werttheorie des Herrn Proudhon die utopische Auslegung der Theorie Ricardos« ^. Indem nun aber Marx Proudhons Projekt, den konstituierten Wert, »das Verhältnis der Proportionalität der Produkte, welche den Reichtum ausmachen«, als eine Verewigung der Gegenwart kritisiert, kommt er umgekehrt dazu, die Abweichung vom Arbeitswert als notwendige Erscheinungsform zuzugestehen. Proudhon kommt von der Freiheit zur Festsetzung des Wertes; Marx umgekehrt von der Wertbestimmung durch Arbeit zur Unordnung. Genau wie Proudhon macht er die Freiheit der Produktion, d. h. die mangelnde Übereinstimmung zwischen Angebot und Nachfrage verantwortlich. So findet auch Marx Page -327- ^ Proudhon, a. a. O. I, S. 83, 86. Page -337- An dieser Stelle bricht der Gedankengang plötzlich ab. Bisher hat Marx zur Begründung der Abweichung nichts anderes vorgebracht, als was er schon im »Elend« sagt, und was schon Proudhon als das Wesen der gegenwärtigen Gesellschaft ansah: Der soziale Gegensatz der Klassen, das hierdurch herbeigeführte Mißverhältnis zwischen Angebot und Nachfrage verunreinigt den Arbeitswert. Aber Marx hatte gegenüber dem Standpunkt von 47 ein neues Problem zu lösen: die Frage nämlich, warum die Profitrate nicht, wie es begrifflich richtig wäre, vom variablen, sondern dem gesamten Kapital abhängt. Auf die bisherige Weise läßt sich aber dies Problem nicht lösen. Denn wenn Marx auch annahm, daß die Anarchie immer größer, die Schätzung nach dem wirklichen Bedürfnis gesellschaftlich notwendiger Arbeitszeit immer schwieriger würde, so ist doch nicht einzusehen, wieso eine Durchschnittsprofitrate entsteht; soll doch zudem die Konkurrenz die Inkongruenz zwischen Angebot und Nachfrage wenigstens einigermaßen stets wieder ausgleichen. Page -360- ^ In dem Begriffsrealismus des abstrakten Wertes liegt eine Verabsolutierung der Isoliermethode der klassischen Ökonomie, die zugleich eine Übertragung der Metaphysik in die Ökonomie darstellt. Wie in diesem ökonomischen Idealismus, so ist auch in dem jetzt festgestellten Dualismus, der entgegengesetzte Begriffe gleichmäßig zu Wesen hypostasiert, Proudhon Marx vorangegangen. Neben den ökonomischen Kategorien ist ihm, gleich Marx, die Gesellschaft ein substantiell begrenztes Wesen. »Es ist ein Vorurteil, . . . daß Kollektivnamen. Gattungsnamen und Ortsnamen keine Wirklichkeit bezeichnen . . . Für den wahren Ökonomen ist die Gesellschaft ein lebendiges Wesen, mit einer eigenen Einsicht und einer eigenen Tätigkeit begabt und durch besondere Gesetze . . . geleitet" (Proudhon, a. a. I, 0. S. 118). Page -361- ' Nur als Revolutionär wollte Marx, wie wir früher sahen (S. 92), für den Freihandel stimmen. Dietzel verweist in bezug auf Enjjels' in der »Lage ausgesprochene gleiche Ansichten von der zunehmenden Krisengefahr auf den Einfluß Carlyles, »dieses fanatischen Anti-Industriestaatlcrs und damit Anti- Freihändlers« (Das Produzenteninteresse der Arbeiter und die Handelsfreiheit S. 6). Auch Proudhon ist hier zu erwähnen, der aus Schutzzoll und Freihandel schauung sich dahin wenden, daß entgegen der eben gezeichneten Sozialisierung der Gesellschaft die Widersprüche immer tiefer klaffen. So erhalten wir den Gegensatz: Zunehmende Organisation in der Einzelfabrik, zunehmende Anarchie der Gesamtproduktion, ein Gegensatz, der der eben geschilderten Anpassungstheorie ins Gesicht schlägt, dagegen der V^erelendungstheorie wenigstens ohne Widersprüche parallel läuft. Page -387- So die psychologischen Voraussetzungen, über denen sich als wichtiges und theoretisch höchst interessantes Problem die Organisation der Gesellschaft erhebt. Marx und Engels verwerfen das von ihnen als Utopie verspottete Arbeitsgeld. Hierdurch wollen sie sich von den anderen Sozialisten, insbesondere von Gray, Proudhon und Rodbertus unterscheiden. Dies war ein wesentlicher Punkt, den Marx an Proudhon tadelte; im »Elend der Philosophie« wendet er sich gegen ihn: »Wenn man also annimmt, daß alle Mitglieder der Gesellschaft selbständige Arbeiter sind, so ist ein Tausch gleicher Arbeitsstunden nur unter der Bedingung möglich, daß man von vornherein über die Stundenzahl übereinkommt, welche für die materielle Produktion notwendig ist. Aber eine solche Übereinkunft schließt den individuellen Tausch aus. ... Im Prinzip gibt es keinen Austausch von Produktion, sondern einen Austausch von Arbeiten, die zur Produktion zusammenwirken. Die Art, wie die Produktivkräfte ausgetauscht werden, ist für die Art des Austausches der Produkte maßgebend. ... So entspricht auch der individuelle Austausch einer bestimmten Produktionsweise, welche selbst wieder dem Klassengegensatz entspricht; somit kein individueller Austausch ohne Klassengegensatz«. Marx meint also, daß die Gesellschaft ursprünglich das Gesamtquantum der Produktion festlegt; es finden also keine individuellen Tauschakte statt und damit wird die Funktion des Geldes überflüssig. »Die erste Frage, welche er (Proudhon) sich hätte stellen sollen, wäre die, zu erfahren, warum man im Tauschverkehr, wie er sich heute ausgebildet hat, den Tauschwert sozusagen individualisieren mußte durch Schaffung eines besonderen Austauschmittels. Das Geld ist nicht eine Sache, sondern ein gesellschaftliches V^erhältnis. ... Er würde . . gefunden haben, daß dieses Verhältnis nur ein einzelnes Glied in der ganzen Verkettung der ökonomischen Verhältnisse und als solches aufs innigste mit ihr verbunden ist, und daß dieses Verhältnis ganz in dem selben Grade einer bestimmten Produktionsweise entspricht, wie der individuelle Austausch« ^. Page -388- Inkarnation der allgemeinen Arbeit gegenübertreten, der Tauschwert würde nicht zum Preis, aber der Gebrauchswert würde sich auch nicht zum Tauschwert, das Produkt würde nicht zur Ware und so wäre die Grundlage der bürgerlichen Produktion selbst aufgehoben. Das ist aber keineswegs Grays Meinung, die Produkte sollen als Waren produziert, aber nicht als Waren ausgetauscht werden Proudhon aber und seiner Schule blieb es vorbehalten , die Degradation des Geldes und die Himmelfahrt der Ware ernsthaft als Kern des Sozialismus zu predigen und damit den Sozialismus in ein elementares Mißverständnis über den notwendigen Zusammenhang zwischen Geld und Ware aufzulösen« ^ Nicht also nur der Austausch-, vor allem muß der Produktionsprozeß selbst organisiert werden. Man sieht die nahe Beziehung zur Werttheorie. In der heutigen Gesellschaft, so hörten wir oben, setzt sich der Wert nicht rein durch, weil infolge der Anarchie der Produktion die den wirklichen Bedürfnissen der Gesellschaft entsprechende und allein maßgebende Arbeitszeit notwendig unbekannt bleiben muß. Will man also durch das Arbeitsgeld jedem ein seiner Arbeit entsprechendes Quantum an Konsumtion garantieren, so wird gerade der einzige Hebel ausgeschaltet, der heute wenigstens die Annäherung an den Wert ermöglicht, die freie Konkurrenz auf dem Markte. So wendet sich Engels gegen Rodbertus: »Nur vermittelst der Entwertung oder Überwertung der Produkte werden die einzelnen Warenproduzenten mit der Nase darauf gestoßen, was und wieviel davon die Gesellschaft braucht oder nicht braucht. Gerade diesen einzigen Regulator aber will die von Rodbertus mitvertretene Utopie abschaffen. Und wenn wir dann fragen, welche Garantie wir haben, daß von jedem Produkt die nötige Quantität und nicht mehr produziert wird, daß wii" nicht an Korn und Fleisch Hunger leiden, während wir im Rübenzucker ersticken und im Kartoffelschnaps ersaufen, daß wir nicht Hosen genug haben, um unsere Blöße zu decken, während die Hosenknöpfe millionenweise umherwimmeln — so zeigt uns Rodbertus triumphierend seine famose Rechnung, wonach für jedes überflüssige Pfund Zucker, für jedes unverkaufte Faß Schnaps, für jeden unannähbaren Hosenknopf der richtige Schein ausgestellt worden ist, eine Rechnung, die genau aufgeht« ^. Page -394- So der Grundriß des Zukunftsstaates, der nur zu Unrecht den Namen * Staat« trägt. Vergleichen wir dieses Ideal in kurzem mit dem der bekämpften Gegner, so erhalten wir folgendes Bild. Gewiß haben sowohl Proudhon wie Rodbertus es versäumt, sich unzweideutig darüber auszusprechen, daß eine oberste Leitung Angebot und Nachfrage in Über- Page -395- einstimmung setzt und das Was der Produktion anordnet. Freilich geht Proudhon ja, wie wir früher sahen, von der Unordnung der Gegenwart aus, die durch die freie Konkurrenz erzeugt ist, um sie im konstituierten Wert zu beseitigen. Beständig spricht er von einer Organisation der Arbeit als seines »Glaubensbekenntnisses«*; und die Schwierigkeit, sie mit einem anarchischen Zustand, d. h. ohne staatliche Zentralgewalt herzustellen ist bei Marx und Engels nicht weniger vorhanden. Aber es entspricht seiner Abkehr vom Sozialismus, jeden Gedanken an eine Kontrolle, an eine Buchführung abzuweisen ^. Anders Rodbertus, dessen Gedankenwelt sich ganz an das Vorbild des autoritären preußischen Staates anlehnt; er würde in der Festsetzung der Produktion keine Schwierigkeit gefunden haben. Allerdings ist ihm die theoretische Notwendigkeit zur Herstellung der Übereinstimmung, der Anordnung der Arbeitsarten also mit ihren Konsequenzen zum mindesten unklar geblieben^. Was nun das Arbeitsgeld anlangt, so ist Proudhons Mutualismus, der durch die Unentgeltlichkeit des Kredits jedem die Gelegenheit bieten soll, Kapitalist zu werden, eine völlige Utopie. Denn in der kapitalistischen Gesellschaft ist eine derartige Einrichtung unmöglich; es liegt eine Tragik darin, daß derjenige, der zuerst das Privateigentum als identisch mit den ökonomischen Verhältnissen erkannte, an die Möglichkeit glaubte, den Kredit unabhängig von seiner privatkapitalistischen Form zu gestalten. Zweitens würde aber gerade — die Verwirklichung des Planes vorausgesetzt — die Akkumulation der Billete, also des Kapitals, einen besonderen Aufschwung nehmen. Hier erwartete Proudhon durch den »konstituierten Wert« merkwürdigerweise die Herstellung der allgemeinen Gleichheit. Mit dieser Meinung: allgemeine Arbeit mit dem Resultate der Gleichheit ist er offenbar von dem größten Einfluß auf Marx' Verteilungsideal gewesen, das Proadhons unmittelbare Identität infolge des empiristischen Einschlags in eine historische Reihe auflöst. Aber die Mittel, die Proudhon vorschlägt, sind allzu unzulänglich. Wenn er aber deshalb von Marx als »Kleinbürger'^ ^ gescholten wird, so ist dieses Ur- Page -395- ' Vgl. besonders Proudhon a. a. O. I, S. 59ff.; II, S. 363f. Page -396- teil ungerecht. Proudhon war als philosophischer Dialektiker — wir sahen seinen maßgebenden Einfluß auf Marx — ebenso groß und großzügig, als er der praktischen Möglichkeit weltfremd gegenüber stand. Anders steht es dagegen mit dem Arbeitsgelde von Rodbertus. Zweifellos wollte er nur, daß der Arbeiter vermittels der bescheinigten Normalarbeitszeit Waren aus den Magazinen des Staates erhebt, nicht aber mit anderen Individuen selbst Tauschakte vollzieht ^ Sein Arbeitsgeld unterscheidet sich in nichts von den Anweisungen, von denen Marx spricht. Und nur das terminologische Recht steht auf seiner Seite; denn es ist zweckmäßig, in dem Geld als Begriffsmerkmal die freie Zirkulation und den damit zusammenhängenden Eigenwert zu belassen. Page -403- praktische Wirklichkeit umzusetzen; nur hat er den metaphysischen Rahmen fallen gelassen, an Stelle Gottes mit Feuerbach den Menschen gesetzt. Wie wir in den einleitenden Kapiteln sahen, wollte er ursprünglich die Philosophie, dann die Religion, speziell das Christentum und zuletzt im Anschluß an Proudhon die Gerechtigkeit verwirklichen, um so das Absolute durch Umsetzung in die Tat aufzuheben und loszuwerden ^ Wir werden im kritischen Teil genauer sehen, wie deutlich hinter der naturwissenschaftlichen Methode das schon einmal von uns (s. S. 230) gefundene Prinzip der immanenten Teleologie erhalten geblieben ist. (Kap. XIX). In die gleiche Richtung war aber Marx durch den französischen Positivismus gedrängt worden, der durch Schaffung eines neuen organischen Zusammenhangs der modernen Anarchie ein Ende machen will. Dieser Grundgedanke des Saint-Simonismus birgt die deutlichste Parallele zu der deutschen Entwicklung bei Fichte, Schelling und Hegel. Dem Individualismus, der als Fortsetzung des Liberalismus zum Kommunismus führt, tritt die Unterordnung unter den durch ein Priesterregiment ausgeübten Sozialwillen entgegen. Das Zukunftsideal bei Saint-Simon, Comte, Bazard und Enfantin verleugnet nicht die Ähnlichkeit mit dem Vernunft- oder — Polizeistaat der deutschen Metaph5^siker. Der marxistische Zukunftsstaat vereinigt in schroffer Form beide Momente: den radikalen Individualismus und die Allmacht der Zentralgewalt, die Regulierung des gesamten Gemeinschaftslebens^. Leise klingt so das Postulat mit, daß jenes Ziel nicht nur das oberste Recht, sondern zugleich die oberste Pflicht des Menschen einschließt. Das antike Staatsideal wirkt auch hier zuletzt maßgebend — neben dem Anspruch auf »Berechtigung des Genusses«. Page -404- listischen Wirtschaftssystems mit der Staatslosigkeit zu glauben, ja hierin gar kein Problem zu sehen, — dies vermag nur derjenige, der das organische Band der Gesellschaft als ein Natürlich-Wirkliches, als einen selbsttätigen Eigenmechanismus behauptet. Die metaphysische Notwendigkeit der Idee ist zum Naturgesetz geworden- aber in der durch es geschaffenen freien Vergesellschaftung unmittelbarer Produzenten, in der der »Staatsplunder« abgestorben ist, lebt weiter der Glaube an den Gang Gottes in der Geschichte, an eine substanzielle Macht, die unabhängig von der Willkür der einzelnen ein freies Zusammenhalten verbürgt und von selbst ein ideales Ziel verwirklicht. Diese pantheistische und panlogistische Grundstimmung, die den Anklang an den Begriffsrealismus Hegels deutlich verrät, läuft gleichfalls dem Optimismus der französischen Geschichtsphilosophen parallel, — insonderheit Fouriers Reihenharmonie, deren mathematischer Charakter sich uns früher als eine Erneuerung des liberalen Optimismus erwiesen hat. Sie identifiziert sich mit der deutschen Dialektik durch Proudhon, der weiß (a. a. O. II S. 89): »Die Dialektik ist eigentlich der Fortschritt des Geistes von einer Idee zur andern durch eine höhere Idee hindurch, sie ist eine Reihe (une serie)«. Auch hier bedeutet der Marxismus eine Synthese aus den Strömungen beider Länder. In dem mangelhaften Blickpunkte für die psychologischen und sachlichen Schwierigkeiten seiner organisatorischen Idee ist er dem Saint-Simonismus noch mehr verwandt als der deutschen Philosophie, die wenigstens die Omnipotenz der vom Sozialismus gehaßten Staatsgewalt zugesteht. Page -437- gelassen hätte. Marx sagt von ihm: »Ricardo macht endlich bewußt den Gegensatz der Klasseninteressen, des Arbeitslohnes und des Profits und der Grundrente zum Springpunkt seiner Forschungen, indem er diesen Gegensatz naiv als gesellschaftliches Naturgesetz auffaßt« ^. Aber schon Ricardo will die Geltung seiner Gesetze nur für den Fall von Gütern, »bei deren Produktion der freie Wettbewerb besteht« 2. Bei Smith bleibt das Verhältnis allerdings unklarer, ist aber implicite gleichfalls vorhanden. Erst die Nachfolger Ricardos machten sich des Fehlers schuldig, den Marx und Engels zu tadeln nicht müde wurden. Was aber Rodbertus entdeckte, das mußte ebenso notwendig ihr Ausgangspunkt sein. Denn für jeden Sozialismus, der ja doch durch bloße Änderung der Eigentumsverfassung alle gesellschaftlichen Verhältnisse umstülpen will, ist es erste Lebensbedingung, nachzuweisen, daß die zu kritisierenden Mißstände unter der Bedingung der Eigentumsordnung stehen, daher mit ihr auch verschwinden müssen. Die moderne Scheidung ist also auf die sozialistische Kritik überhaupt zurückzuführen und hier zuletzt auf keinen anderen als Proudhon, da er zuerst in radikaler Form das Privateigentum als den Inbegriff der kapitalistischen Tatsachen definierte. »Sie (die Wirtschaftstheorie) betrachtet den Verlauf der wirtschaftlichen Vorgänge einmal unter der Prämisse, daß die Wirtschaftsverfassung eine dezentralistische, zweitens unter der Prämisse, daß sie eine zentralistische ist«^. Page -440- - Vgl außer dem schon zitierten Proudhon auch Comte. Cours de Philosophie positive IV, 1839, besonders S. 465 ff. Page -521- Wie eng die materialistische Dialektik mit logisch metaphysischen Voraussetzungen verbunden ist, beweist aufs deutlichste der schon erwähnte Dietzgen, der »das Denkvermögen als Organ des Allgemeinen« entwickeln will. );Das Allgemeine ist die Wahrheit«. Freilich will er dabei zunächst induktiv verfahren; denn das Denkvermögen wird definiert als »Fähigkeit, aus dem Besonderen das Allgemeine zu erforschen«. Aber erstens kommt Dietzgen notwendig zu einer Koordination der Vernimft und Erfahrung, w^orin, wie wir früher sahen (Kap. VII), die alleinige Konsequenz und zugleich ein Rückgang auf Proudhon liegt. Dietzgen verlangt die Erkenntnis, *in welcher Art und Weise die induktive Vernunft ihre Ursachen ermittelt« ^. »Da mit keiner überschwenglichen Offenbarung gedient ist, bleiben nur zwei Wege: Vernunft und Erfahrung«. Zweitens aber scheint D. an anderer Stelle die Realität des Allgemeinen garnicht leugnen zu wollen. Er, der Materialist, redet wie Hegel selbst. »Das Allgemeine erzeugt das Besondere und letzteres erzeugt wechselwirkend das Allgemeine«. »Das Allgemeine ist mit Besonderheit schwanger«. »Mit dem Allerhöchsten, Unendlichen oder Absoluten muß die Logik beginnen«. Es gilt nachzuweisen, »daß der Begriff Gottes — mit Erlaubnis für den unbeliebten Ausdruck — oder daß der Begriff des Absoluten einer logischen Weltanschauung durchaus wesentlich ist«. Page -533- auch hier selbst unter der später zu prüfenden Voraussetzung, daß der Kapitalismus infolge seiner inneren Widersprüche auf die Dauer nicht haltbar ist, die Folgerung des Marxismus eine unzulässige petitio principii. Denn es könnte erstens die speziell kapitalistische Organisation der Privatwirtschaft anderen Formen weichen. Und daß dies nicht möglich ist, müßte erst bewiesen werden. Wie willkürlich diese Meinung ist, allein durch einen Kommunismus könnten die W^idersprüche der gegenwärtigen Gesellschaftsordnung beseitigt werden, erhellt daraus, daß ebenso ein Untergang der feudalen Eigentumsordnung dieselbe Prophezeiung gerechtfertigt hätte. Das Leben erzeugt so unendlich viele Nuancen, daß niemals apriori eine ganz heterogene Organisation mit Naturnotwendigkeit gesichert werden kann. Marx hat hier selbst seine Blöße zugestanden. Als das letzte Glied in der evolutionistischen Entwicklungsreihe erscheinen bei ihm die Produktivgenossenschaften der Arbeiter, in denen, wie er selbst sagt, der Gegensatz bereits »positiv« aufgehoben ist. Der Konflikt zwischen Lohnarbeit und Kapital ist also geschwunden; es bleibt unerfindlich, weshalb ein abermaliger Fortgang bis zum Kommunismus stattfinden soll. Wir betonten bereits, daß, wenn Marx hier von einem »prima facie sich selbst aufhebenden Widerspruch« spricht, dies nur seinem Rechtsformalismus geschuldet ist, der in der Mischung privat- und gemeinwirtschaftlicher Formen ein Verderbnis sieht an Stelle einer heilsamen Reorganisation. Der namentlich von Engels betonte Ausgangspunkt: Widerspruch zwischen privater Aneignung und gesellschaftlicher Arbeit hätte aber doch in dem Falle, daß die Arbeiter Kapitalisten werden, aufgehört. In der Tat ist, wie später zu zeigen sein wird, diejenige Organisation des Wirtschaftslebens, die Marx kritisierte: das Zeitalter der absoluten freien Konkurrenz, in dem die Maschine eingeführt wurde und weder Arbeiter- noch Unternehmerverbände existierten, entschwunden, ohne daß freilich der Kommunismus eingeführt worden wäre. Die dialektische Methode kann also nur beweisen, indem ihr Ergebnis bereits antizipiert worden ist und nun Kapitalismus und Sozialismus zu angeblich kontradiktorischen Gegensätzen erhoben werden. Nach einer ferneren Richtung verrät sich dieser zirkelhafte Charakter. Wahrscheinlicher als der Zukunftsstaat, ebenso statthaft als der Ersatz durch eine andere Privatwirtschaft ist eine dritte Möglichkeit, der Untergang der Gesellschaft überhaupt. Was rechtfertigt den Optimismus von Marx und Engels, daß in einem künftigen Reiche der Freiheit eine Negation der Negation, eine Synthese notwendig wird und nicht das leere Chaos des Nichts, in dem Wirtschaft und Kultur im ganzen zugrunde gehen? Um so näher liegt ein solcher Pessimismus, da die Widersprüche, mit ^ Fast ist es, als ob Proudhon das Geheimnis der Marxschen Dialektik im Voraus durchschaut hätte. Denn er schreibt in der »Philosophie de la misere«: In der Mathematik gilt es als Regel, daß ein Satz, dessen Gegenteil als falsch erwiesen ist, richtig ist und umgekehrt. Es ist dies sogar das Hauptmittel des mathematischen Beweises. In der Sozialökonomie kann dies Verfahren nicht mehr gelten. So werden wir z. B. sehen, daß wenn das Eigentum durch seine Folgen als falsch erwiesen ist, darum die entgegengesetzte Formel, die Gemeinschaft noch durchaus nicht wahr ist« (a. a. O. I, S. 89). Freilich macht sich Proudhon des gleichen Fehlers schuldig, wenn er die logisch-historische Notwendigkeit seines Anarchismus als eine Synthese aus Privateigentum und Kommunismus behauptet. Der Unterschied zu dem deutschen Sozialismus von Grün liegt darin, daß er bei dem ursprünglichen Ausgangspunkt, den auch Marx eine Zeitlang teilte, der Verwirklichung der Religion im Sinne Feuerbachs, stehen geblieben ist; durch die kritisch-organische Anknüpfung fühlt sich bereits Grün dem französischen Sozialismus gegenüber überlegen. Vgl. besonders die interessante Unterhaltung mit Cabet, a. a. O. S. 380 ff., ferner S. 353.
Page -533- Nur ein Einwand steht diesem Argument entgegen: die Berufung auf die Logik der Geschichte. In einer immanenten Teleologie fanden wir den Fortschrittsglauben zwar nicht ausgesprochen, aber allein gerechtfertigt. Nehmen wir das Resultat von Kapitel XIV und XV hinzu, so ergibt sich: die Entwicklung der Gesellschaft durch logische und zuletzt ethische Widersprüche, wie sie Marx von Hegel undProudhon gewinnt, ist nichts anderes als die VerwirklichungderGerechtigkeit. So zeigt sich aufs deutlichste der Einfluß, den Proudhon auf Marx ausgeübt hat. Denn er trat im Namen der Gerechtigkeit auf und glaubte doch an eine logische Notwendigkeit seines Ideals. Marx beseitigte diesen Dualismus, indem er an seine Stelle eine naturwissenschaftlichlogische Reihe setzt, die doch das organische Band der Hegeischen Metaphysik, der Proudhonschen Ökonomik nicht entbehren kann 2. Denn
Page -533- - Wir sahen, wie auch Proudhon später die Gesetze der Welt mit denen was anders heißt es, wenn nicht nur die Produktivkraft unaufhörlich steigt, sondern ihr auch das Produktionsverhältnis stets angepaßt wird? Die mittelalterliche Identität zwischen Eigentum und Arbeit ist gewichen; die Gesetze des Warenaustausches sind in die kapitalistischen Gesetze der Aneignung unbezahlter Mehrarbeit umgeschlagen. Der Zustand ist also ungerecht geworden und wird deshalb beseitigt werden. Dies ist das Geheimnis der Marxschen Ökonomie, das nur mühsam dadurch verborgen wird, daß die Kausalkette als naturnotwendig behauptet wird. Und man sieht leicht, daß dieser Glaube an die Immanenz eines normativen, sei es eines logischen oder eines sittlichen Prinzips im materialistischen System ein logisch und sachlich ungerechtfertigter Wahn ist. Welch dilettantischer Optimismus steckt doch darin, wenn von der veralteten Produktionsweise in immer wiederholter Wendung gesagt wird: j-Sie m.iißte gesprengt werden, sie wurde gesprengt«. Das ^Müssen im ersten Satzteil ist ein rein teleologisches im Sinne eines Fortschritts der sozialen Verhältnisse, während es im zweiten Satzteil in ein kausales verwandelt ist.
Page -548- Gedanken in ganz parallelen Bahnen. Es ist nur eine Fortbildung der Anerkennung, wenn wir auch die Möglichkeit zugestehen, daß dieselbe Tatsache feindliche antagonistische Konsequenzen nach sich zieht. Falsch ist es, wenn Marx hieraus die notwendige Aufhebung in einer ganz neuen Tatsache folgert. Aber in dem Gedanken selbst liegt eine große und zuletzt — banale Wahrheit. Man erkennt dies am deutlichsten, wenn man sich Proudhons antinomisches Verfahren vergegenwärtigt. Er hat im Grunde nur die jedem geläufige Ansicht S)^stematisiert, nach der jedes Ding seine zwei Seiten hat, eine gute und schlechte. Welch' dogmatisches Vorurteil gehört doch dazu, wenn Proudhon von hier aus eine Wiederherstellung des Satzes A=A verlangt oder wenn Marx durch die Selbstbewegung der feindlichen Beziehungen einen notwendigen Zusammenbruch erwartet. Gerade weil das Leben häufig seltsame widerspruchsvolle Formen zeigt, wird eine relativistische Betrachtungsweise möglich, die den Gegensatz ausgleicht und dort Recht gibt, wo die geringste Ungerechtigkeit liegt. Und unter der schon einmal berührten Voraussetzung, daß die Menschen richtig handeln, darf man hoffen, daß, wenn die schlechte Seite das Übergewicht erhalten hat, — nur in diesem Falle —, die Menschen der ursprünglichen Tatsache sich entgegenstemmen.
Page -555- hängt nach Marx von einem Faktor bezw. von einer Reihe von Faktoren ab, die das Wesen des Kapitalismus nicht ausmachen, sondern verdecken« ^. Richtig ist an Koppels Meinung, daß im System der freien Konkurrenz Abweichungen notwendig stattfinden müssen; die :>ungeheuere Bedeutsamkeit« erstreckt sich aber nicht auf diesen Punkt, der nur zur theoretischen Aufklärung der kapitalistischen Durschnittsprofitrate dient, sondern auf die Anwendung des Wertgesetzes auf die Ware Arbeitskraft. Hier ist genau der Angelpunkt des Systems bezeichnet, die von Koppel übersehene Formel der modernen Knechtschaft der Arbeiter, die Marx als den Nerv der gegenwärtigen Gesellschaft Proudhon gegenüber behauptet. Doch werden wir hierauf später zurückkommen. Genug, Marx ist jedenfalls durch die Betonung der Konkurrenz im dritten Bande des ^Kapital« den Grenznutzentheoretikern, die doch nichts anders als eine psychologische Vertiefung des Gesetzes von Angebot und Nachfrage wollen, recht nahe gekommen. Page -559- 6. Hierhin gehört zunächst die Antinomie, die Marx in den beiden Wertarten, dem Gebrauchs- und Tauschwert findet. Indem er mit Proudhon ihre Verschiedenheit zu einem dialektischen Gegensatz macht, gerät er in Bestimmungen, die sich in einem empirischen Systeme sehr merkwürdig ausnehmen. Deswegen, weil der Käufer an dem Gebrauchs-, Page -567- Diese doppelte Bestimmung des Arbeitslohnes stellt vor die Alternative, entweder den einen oder den andern Maßstab als ausschließlich zu behaupten. DieSozialisten gingen den letzteren Weg und zwar so, daß sie zugleich den Austausch gleicher Arbeiten, von dem Ricardo ausging, zu einem ethischen Postulat machten. Die Vorgänger von Marx sind in bezug auf die Mehrwerttheorie diejenigen Sozialisten, von denen er im »Elend« behauptet, Proudhon habe an ihnen ein Plagiat begangen (vgl. Kap. IV, S. 23). An anderer Stelle führt Marx als einen möglichen von ihm selbst abgelehnten Einwand gegen Ricardo auf: »Wenn der Tauschwert eines Produkts gleich ist der in ihm enthaltenen Arbeitszeit, ist der Tauschwert eines Arbeitstages gleich seinem Produkt. Oder der Arbeitslohn muß dem Produkte der Arbeit gleich sein. Nun ist das Gegenteil der Fall . . . Dieser von bürgerlich-ökonomischer Seite gegen Ricardo vorgebrachte Einwand ward später von sozialistischer Seite aufgegriffen. Die theoretische Richtigkeit der Formel vorausgesetzt, wurde die Praxis des Widerspruchs gegen die Theorie bezichtigt und die bürgerliche Gesellschaft angegangen, praktisch die vermeinte Konsequenz ihres theoretischen Prinzips zu ziehen. In dieser Weise wenigstens kehrten englische Sozialisten die Ricardosche Formel des Tauschwerts gegen die politische Ökonomie« ^. Damit ist die Entwicklung richtig gezeichnet. Wie verhält sich nun Marx zu diesem ethischen Sozialismus? Page -569- die Ware Arbeit einen logischen Widerspruch. Wir sahen früher, wie Marx im »Elend« noch ganz auf dem Boden Ricardos steht. »Man kauft die Arbeit nicht als Objekt unmittelbarer Konsumierung. Nein, man kauft sie als Produktionsmittel, wie man eine Maschine kauft« '. Indem Marx aber später durch Proudhon angeregt den »Wert der Arbeit« verwirft, um an seine Stelle den »Wert der Arbeitskraft« zu setzen, behauptet er die ausschließliche Produktivität der lebendigen Arbeit. Das Geheimnis des Marxschen S3'stems besteht in nichts anderm als in der Konsequenz, mit der die Lehre vom natürlichen Arbeitslohn ausgebildet^ und durch die Behauptung der allein produktiven Arbeitskraft in ein wissenschaftliches statt in ein ethisches Gewand gehüllt ist. Der teleologische Charakter kommt erst dadurch hinein, daß Marx die Gesetze des gleichen Warenaustausches in kapitalistische Gesetze der Aneignung umschlagen läßt und nun die Synthese erwartet, eine Entwicklungsreihe, die, wie wir im vorigen Kapitel sahen, nichts anders als die Verwirklichung der Gerechtigkeit bedeutet. Hierdurch erhält die zuerst als bloße Tatsache behauptete^ Ausbeutung den normativen Sinn der Verneinung eines sittlichen Prinzips. So wird nachträglich der ethische Gehalt hergestellt, von dem die englischen Sozialisten unmittelbar und offen ausgingen. Page -607- Wie nun auch immer es ursprünglich in der Organisation der menschlichen Gemeinschaft ausgesehen haben mag, so viel ist sicher: in Engels' begeisterter Schilderung steckt allzu deutlich Rousseaus Romantik. Es scheint ein unausrottbares Bedürfnis des Menschen zu sein, die Vergangenheit — und je ferner sie liegt, desto besser — auf Kosten der Gegenwart zu idealisieren. Und doch würden regelmäßig die laudatores temporis acti sich bedenken, wenn ihr Wunsch erfüllt würde. Das bedingungslose Bekenntnis zu Rousseau, das Proudhon dahin formulierte, alle Fortschritte der Menschen seien Verjüngungen ihrer Tradition, findet sich in der gleichen Kritiklosigkeit bei Engels wieder. Es beweist die Bewunderung der alten Zeit zugleich, wie sehr bei ihm der Gleichheitsbegriff im Mittelpunkte seiner Weltauffassung steht. Denn da die Differenzierung erst auf höherer Kulturstufe einsetzt, so sind die Menschen im Anfang der Geschichte verhältnismäßig gleich und daher annähernd im selben Stamm gleichberechtigt. Page -685- Während das Problem des ethischen Sozialismus unter den Marxisten infolge der angeblichen naturwissenschaftlichen Sicherheit des historischen Materialismus erst seit der revisionistischen Bewegung erörtert wird, hat der von Marx und Engels verspottete »ethische« Sozialismus diese Frage von vornherein aufgegriffen. Er charakterisiert sich dadurch, daß er von dem Verteilungsproblem seinen Ausgangspunkt nimmt und hier ein Gerechtigkeitsaxiom behauptet, d. h. ein weder beweisbares noch widerlegbares Postulat, nach dem entweder die Gleichheit der Verteilung oder ein der Leistung entsprechender Anteil, der volle Arbeitsertrag genannt, allein sittliche Legitimation beansprucht. Beide Auffassungen, zu denen als dritte wohl der Maßstab der vernunftgemäßen Bedürfnisse als eine Modifikation des Gleichheitsgedankens tritt, haben gemeinsam die Verwerfung des Besitzeinko*mmens als solches, da es nicht auf Verdienst beruht. Indem wir hinsichtlich der Stellungnahme der einzelnen Sozialisten auf Mengers S. 664 zitierte Literaturübersicht verweisen, seien nur drei Vertreter des axiomatischen Rechts auf den vollen Arbeitsertrag genannt. Hierhin gehört vor allem die berühmte und einflußreich gewordene Parole des Saint-Simonismus: »A chacun selon sa capacite, ä chaque capacite selon ses oeuvres«. Kurz nach der Julirevolution richteten die Saint-Simonisten folgende Eingabe an die französische Deputiertenkammer, in der sie, um Mißverständnissen ihrer Lehre entgegenzutreten, u. a. sagen: »Die Saint-Simonisten verwerfen die gleiche Teilung des Eigentums, die in ihren Augen eine größere Gewalttätigkeit, eine empörendere Ungerechtigkeit sein würde, als die mögliche Teilung . . . Denn sie glauben an die natürliche Ungleichheit der Menschen und betrachten diese Ungleichheit als die Basis der Assoziation, als die unerläßhche Bedingung der sozialen Ordnung. Aber kraft des Gesetzes: Jedem nach seiner Fähigkeit, jeder Fähigkeit nach ihren Werken, verlangen sie die Abschaffung aller Privilegien der Geburt, ohne Ausnahme, folglich die Abschaffung des Erbtums, des größten dieser Privilegien usw.« ^ Am schärfsten ist mit großzügigem Radikalismus der Gerechtigkeitstandpunkt von Proudhon vertreten worden, dessen »konstituierter Wert« Übereinstimmung zwischen Arbeitsleistung und Äquivalent durch den Austausch gleicher Arbeitsmengen verlangt. Als ein sehr bedeutender Vertreter dieses Ausgangspunktes ist ferner Rodbertus anzusehen, obwohl er, wie wir bald sehen werden, zugleich einer andern geschichtsphilosophischen Auffassung zuneigt. Von der Ungerechtigkeit des Besitzeinkommens durchdrungen, bildet er einen konservativen Sozialismus aus. Seine Weltanschauung liegt in den Worten, die auch für das Lebenswerk Adolf Wagners, überhaupt des Staatssozialismus, maßgebend geworden sind: »Wenn Konservativ die Konservierung des verrottetsten Plunders bedeutet — nenne er sich nun liberal oder illiberal — so gibt es nichts Antikonservativeres als die soziale Frage. Wenn aber Konservativ bedeutet Stärkung monarchischer Staatsgewalt, friedliche Reformarbeit, Aussöhnung der sozialen Klassen unter der Ägide und nach der Norm des strahlenden Suum cuique — so gibt es nichts Konservativeres als die soziale Frage» ^. Verwirklichung des Suum cuique ist also Rodbertus' Parole, wie er es an anderer Stelle — gleich Proudhon kausale Tendenzen des ethischen Ideals erwartend — dahin ausdrückt, »daß die nationalökonomische Entwicklung auf keine Teilungsgesetze des Nationalvermögens hinauslaufen wird, daß sie nicht dahin tendieren kann, Boden und Kapital ihren heutigen Eigentümern zu nehmen und damit die Arbeiter als Eigentümer auszustatten, wenn jene Entwicklung auch allerdings darauf hinausläuft, die Ungerechtigkeit des Grund- und Kapitaleigenturas aufzuheben und der Arbeit zu geben, was der Arbeit ist« ^. Page -685- Wie v.ir früher sahen, bezweckte auch Marx ursprünglich die Verwirklichung der Gerechtigkeit. Wenn Proudhon und Rodbertus die kausale und teleologische Notwendigkeit ihres Endziels zugleich behaupten, so war er zuletzt in der Selbsttäuschung einer nur naturwissenschaftlichkausalen Methode befangen. Hierdurch kam es aber, daß, als unter den Marxisten sich das Bedürfnis nach einer ethischen Begründung des Sozialismus von neuem geltend machte, nicht an den vergessenen Ausgangspunkt von Marx angeknüpft wurde, sondern an einen zweiten, ethisch und politisch unmittelbar im Marxismus wirksamen Gedanken : d ie demokratische Idee der Gleichheit und Gleichberechtigung der Menschen. Durch die Vermittlung dieses individualistischen Page -705- ' Diehl, Proudhon I, S. 71. Page -724- Der Marxi-smas will in seinem Ideale die Freiheit venvirklichen; so wandte er die metaphysische Lehre, die in ihr begriffene und selbstgewollte Notwendigkeit sieht ^ empirisch. Als den unmittelbaren Vorläufer von Marx bez''^^'-■^-t/n ^vir in dieser Hinsicht früher CS. 240) Proudhon. \j\ Mf.in r. J s eine allgemeine Idee des Sozialismus Page -740- vom alleinigen Klassenkampf der Verwirklichung annähern. Historisch ist Marx' Abfall von Proudhon gerechtfertigt. Aber gerade deswegen ist heute, wo der theoretische und praktische Dogmatismus des Marx'schen Lebenswerkes seine Berechtigung eingebüßt hat, eine Rückkehr zu der wirklich freien Geistesverfassung Proudhons geboten, dessen Antidogmatismus ihn selbst von der Knechtschaft des eigenen Systems befreit hat. So schreibt er kurz vor dem Bruche an Marx: »Ich huldige mit dem Publikum einem fast absoluten ökonomischen Antidogmatismus. Wir wollen gemeinsam, wenn sie zustimmen, die Gesetze der Gesellschaft suchen, die Art, wie sich diese Gesetze realisieren, den Fortschritt, gemäß welchem wir dazu gelangen, sie zu entdecken, aber wir wollen es vermeiden, nachdem wir alle Dogmatismen a priori zerstört haben, unsererseits das Volk doktrinär zu machen . . . Lassen Sie uns eine gute und loyale Polemik eröffnen; geben wir der Welt ein Beispiel einer weisen und vorsichtigen Toleranz, aber weil wir an der Spitze der Bewegung sind, dürfen wir nicht die Häupter einer neuen Intoleranz werden, dürfen nicht die Apostel einer neuen Religion werden; wäre es auch die Religion der Logik, die Religion der Vernunft. Lassen Sie uns jeden Widerspruch entgegennehmen und ermuntern-, lähmen wir alle Ausschließungen, allen Mystizismus; lassen Sie uns niemals eine Frage für erschöpft erachten, und wenn wir uns bis auf unser letztes Argument aufgebraucht haben, fangen wir von neuem an mit Beredsamkeit und Ironie« ^ Page -740- 1 Proudhon zitiert bei Diehl. Proudhon II, S. 306. Vgl. auch Grün, (a. a. O. S. 403): «Proudhon ist der erste vollkommen vorurteilsfreie Franzose, den ich jemals kennen gelernt habe«. Page -742- ' Proudhon, Was ist das Eigentum? S. 3. Page -745- Proudhon 52, 54, 59, 62 f., 72 f., 79 bis 86, 106, 116, 118, 144, 232 f., 240, 250, 285, 289, 293, 294 ff., 311, 321, 329, 344-46, 371, 379, 388, 421, 424, 517, 526, 553, .591, 669, 689, 724, 725 ff.















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