2023年7月8日土曜日

Preiskontrollen? Der Vorschlag einer deutschen Ökonomin kommt an - Bloomberg

Preiskontrollen? Der Vorschlag einer deutschen Ökonomin kommt an - Bloomberg

Preiskontrollen? Der Vorschlag einer deutschen Ökonomin kommt an

Isabella Weber hat die Inflations-Debatte neue Impulse gegeben Weber im Interview mit dem Bloomberg Podcast Odd Lots

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Kontroversen sind Isabella Weber nicht fremd.

Als sie im Dezember 2021 in einem Guardian-Kommentar über die potenzielle Notwendigkeit von Preiskontrollen schrieb — ein wirtschaftliches Instrument, das seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr in nennenswertem Umfang zum Einsatz gekommen war —, geriet das Internet in Rage. Der Nobelpreisträger Paul Krugman nannte die Idee "wirklich dumm", manche in der deutschen Ökonomen-Zunft nahmen noch ärgere Worte in den Mund.

Interview von Bloomberg Odd Lots mit Isabella Weber: 

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Inzwischen haben Webers Ideen jedoch Eingang in konkrete politische Maßnahmen gefunden: Europa hat Preisobergrenzen für Erdgas eingeführt, die Biden-Regierung hat eine Senkung des Ölpreises in die Wege geleitet, und der britische Premierminister Rishi Sunak spricht offen über eine Deckelung der rasant steigenden Lebensmittelpreise. Krugman hat sich entschuldigt, und Webers Ideen sind im Mainstream angekommen, während die Währungshüter rätseln, warum die Inflation so hartnäckig hoch bleibt. Porträts in The Times und The New Yorker folgten.

In der neuesten Episode des Odd Lots Podcasts von Bloomberg spricht die Wirtschaftsprofessorin der UMass Amherst über ihren Einfluss in einer Ära, in der sich die Ansichten über die Inflation in Echtzeit zu ändern scheinen. Während die traditionelle Wirtschaftswissenschaft die Geldmenge für die Inflation verantwortlich macht — "Inflation ist immer und überall ein monetäres Phänomen", so das Mantra von Milton Friedman — sowie eine zu starke Verbrauchernachfrage und zu hohe Löhne, betrachtet Weber die Preise durch die Linse der "sich überschneidenden Notlagen", die sich in den letzten Jahren in der Weltwirtschaft abgespielt haben.

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Isabella Weber.

Quelle: Isabella Weber, UMass Amherst

Dies impliziert nicht, dass die Inflation "vorübergehend" ist, wie die Federal Reserve im Jahr 2021 behauptete (das Gegenteil war der Fall), sondern vielmehr, dass das Verständnis der wahren Ursachen der Inflation der erste Schritt zu ihrer wirksamen Bekämpfung ist — und dies im Idealfall, ohne die Konjunktur durch eine Reihe von drastischen Zinserhöhungen zu erschüttern.

"Ich hatte das Gefühl, dass die Debatte unter den Ökonomen polarisiert war zwischen denen, die sagten: 'Oh, wir müssen uns keine Sorgen um die Inflation machen, sie ist nur vorübergehend', und denen, die sagten: 'Oh, die Inflation ist wirklich ein Problem, deshalb müssen wir gestern die Zinsen erhöhen'", sagt Weber. "Und ich hatte das Gefühl, dass da eine Position fehlte, nämlich: Ja, wir haben sehr große Preisspitzen, und die sind ein Problem."

Im Visier hat sie jetzt einen Schub von "Verkäufer-Inflation", die von Unternehmen ausgeht, die Angebotsschocks und andere Störungen als Vorwand für kollektive Preiserhöhungen nutzen. Diese Idee der "Vorwand-Inflation" macht auch unter anderen Ökonomen die Runde. So stellte ein Team der Federal Reserve kürzlich fest, dass sowohl die "Stärke der Nachfrage" als auch der Wunsch nach "stabilen Gewinnmargen" die Unternehmen zu Preiserhöhungen veranlassen können.

Während Unternehmen in der Vergangenheit aus Angst vor Marktanteilsverlusten vor einseitigen Preiserhöhungen zurückgeschreckt seien, hätten eine Reihe historischer Verwerfungen, wie die Covid-19-Pandemie und die russische Invasion in der Ukraine, den Unternehmen einen "Deckmantel" für gemeinsame Preiserhöhungen geboten, argumentiert Weber. Viele Unternehmen verfolgten seither eine "Preis-vor-Menge"-Strategie, so Weber in Anlehnung an einen Begriff des Corbu-Strategen und Odd Lots-Gastes Samuel Rines.

Die Sorge besteht nun darin, dass große Unternehmen die "Preis-vor-Menge"-Strategie verinnerlicht haben und sie im Falle neuer Verwerfungen noch schneller und energischer umsetzen werden. Ebenso könnten sie an höheren Preisen festhalten, selbst wenn sich die Situation zu beruhigen beginnt.

Historic Disruptions Give Cover for Price Increases | Index of supply-chain stresses has swung from record high to record low

"Wir haben gelernt, dass diese Notfälle und Vorwände zu Situationen führen können, in denen die Preise sehr schnell steigen können, und ich denke, während die Unternehmensführer dieses Mal noch lernen mussten, haben sie beim nächsten Mal ein Drehbuch in der Hand", sagt Weber. "Sie wissen, wie 'Preis über Menge' funktioniert, sie wissen, worauf sie achten müssen, sie wissen, was sie beim letzten Mal getan haben."

Aus diesem Grund plädiert Weber für eine Steuer auf Zufallsgewinne, um diese Art von Preisübertreibungen zu unterbinden, sowie für die mögliche Schaffung von "Stoßdämpfern", die den helfen könnten, systemrelevante Notlagen in Bereichen wie Öl und Getreide zu überstehen.

Eine Gewinnabschöpfungssteuer ist "ein Mechanismus, der im Grunde genommen den Anreiz für eine Preis-vor-Menge-Strategie entfernt", erklärt sie. Ohne eine solche Steuer könnten die Unternehmen "die Preise so stark erhöhen, dass sie auch dann noch mehr Geld verdienen, wenn sie weniger verkaufen."

"Nun kann es natürlich Situationen geben, in denen die Preiserhöhung nur dazu dient, die Gewinnmargen zu schützen. In diesem Fall würde eine Gewinnabschöpfungssteuer nicht anfallen. Aber wir haben Situationen erlebt, in denen es Unternehmen tatsächlich gelungen ist, ihre Gewinnmargen durch diese Art der Preisgestaltung drastisch zu erhöhen."

Für Weber ist es wichtig, sich über die Ursachen der Inflation im Klaren zu sein, um zu vermeiden, dass die Versuche, die Inflation zu bekämpfen, zu perversen Ergebnissen führen. Die "Verkäufer-Inflation" entbindet die Währungshüter nicht von der Notwendigkeit, sie zu bekämpfen, aber eine Strategie der Zinserhöhungen kann nach hinten losgehen, wenn sie das Angebot weiter einschränkt.

"Ich würde sagen, dass Zinserhöhungen ein Mittel sind, um die Investitionen zu drosseln", meint Weber und verweist auf die Zurückhaltung der US-Energieunternehmen beim Kapazitätsausbau in den letzten Monaten. Auch der Anstieg der Hypothekenzinsen hatte nur geringe Auswirkungen auf die Nachfrage nach Wohnraum, führte jedoch dazu, dass die Bauherren die Bautätigkeit massiv einschränkten.

Ein weiteres Anzeichen dafür, dass sich die Geldpolitik mit dieser Idee zu befassen beginnt, ist, dass diese Dynamik in den Protokollen der jüngsten Fed-Sitzung zur Sprache kam, wobei die Idee einer angebotsbeschränkenden Wirkung einer strafferen Geldpolitik von mehreren Teilnehmern erwähnt wurde.

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Federal Reserve

Für Weber besteht das Ziel darin, die richtigen Instrumente zu wählen, um zu vermeiden, dass sich Probleme in der Lieferkette und andere Verwerfungen in der Gesamtwirtschaft weiter verstärken.

"Wenn man es nur aus der Perspektive des Standard-Inflationsparadigmas betrachtet, dann betrachtet man im Grunde nur die Geldmenge, die Gesamtnachfrage und vielleicht die Löhne", sagt sie. "Und man schaut nicht auf all die anderen Themen, über die Ihr seit Monaten berichtet."

Überschrift des Artikels im Original:Isabella Weber Explains the Big Rethink on What Causes Inflation

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